Fachverlag und Nachrichtenagentur

Nutzen eines Urintests für Patienten mit nicht muskelinvasivem Urothelkarzinom der Harnblase

 

NON INVASIVE TRANSITIONEL CARCINOMA Wien – mechentel news – Das Team um David D‘Andrea aus dem Department für Urologie der Medical University in Wien, Österreich, haben einen neuen nicht-invasiven Urintest für Patienten mit nicht muskelinvasivem Urothelkarzinom der Harnblase (NMIBC) in dieser multizentrischen Studie prospektiv evaluiert (Bladder EpiCheckTM). Hierfür wurden Urinproben von 440 NMIBC Patienten unter Surveillance mittels dem Urintest analysiert und mit multivariablen Nomogrammen und Decision Curve Analysis (DCA) Modellen korreliert, um herauszufinden ob den Einfluss des Urintests für die klinische Routine zu untersuchen. 357 Patienten konnten für die Analyse untersucht werden. Die Spezifität des Tests wurde mit 88% (95% CI 84 – 91) angegeben und der negative predictive Value (NPV) für die Detektion von jeglichem Krebsgrading mit 94.4% (95% CI 91-97). Für high grade Urothelkarzinom lag das NPV bei 99.3%. Wie das Forscherteam in seiner Studie, die im Original in der Januar-Ausgabe des Fachmagazins BJU INTERNATIONAL erschienen ist, zeigen konnte, konnte in multivariablen Analysen die unabhängige Assoziation zwischen einem positiven Urintest und dem Vorliegen eines Rezidivs gezeigt werden (OR 18.1; 95% CI 8.7-40.2, p < 0.001). Mit der Anwendung des Urintests wurde ein Nettobenefit gegenüber den bisherigen Prädiktoren (wie z.B. letztes Tumorstadium oder Grading) in der DCA beschrieben, die unnötige Zystoskopien künftig vermeiden könnte (DCA Daten siehe Tabelle). (cw/bg)

Autoren: D’Andrea D1, Soria F1,2, Zehetmayer S3, Gust KM1, Korn S1, Witjes JA4, Shariat SF1,5,6., Korrespondenz: 1 Department of Urology, Medical University of Vienna, Vienna, Austria., 2 Department of Urology, University of Turin, Turin, Italy., 3 Centre for Medical Statistics, Informatics and Intelligent Systems, Medical University of Vienna, Vienna, Austria., 4 Department of Urology, Radboud University Nijmegen Medical Centre, Nijmegen, The Netherlands., 5 Department of Urology, University of Texas Southwestern Medical Center, Dallas, TX, USA., 6 Department of Urology, Weill Cornell Medical College, New York, NY, USA., Studie: Diagnostic accuracy, clinical utility and influence on decision-making of a methylation urine biomarker test in the surveillance of non-muscle-invasive bladder cancer., Quelle: BJU Int. 2019 Jan 17. doi: 10.1111/bju.14673. [Epub ahead of print], Web: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/bju.14673

Kommentar

Der neue Urintest scheint eine gute Zuverlässigkeit für Patienten im Rahmen der Surveillance zu zeigen und könnte zukünftig die Anzahl unnötiger Zystoskopien reduzieren, was sicherlich einen großen Einfluss auf den Patientenkomfort und Surveillance-Strategien haben könnte. Insbesondere, da das Follow-up bei Patienten mit NMIBC nicht überall einheitlich gehandhabt wird, mit teilweise sehr unterschiedlichen Zystoskopie-Intervallen, könnte dieser Urintest ein individuelleres – und abhängig vom Ergebnis des Urintests – ein maßgeschneiderteres Follow-up ermöglichen. Insbesondere da sich NMIBC sehr heterogen Verhalten kann und diese Studie als Querschnittstudie („single visit“) ausgelegt wurde, sollten diese Daten noch durch Längschnittstudien mit mehreren Verlaufstests gestützt werden. (cw)

Autor: Dr. med. univ. Christoph Würnschimmel, Assistenzarzt Luzerner Kantonsspital

© 2019 -  mechentel medizin
Fachverlag und Nachrichtenagentur