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Sicherheit und Effektivität einer transarteriellen Embolisierung nach Nierenteilresektion bei Nierentumoren

 

RENAL CELL CARCINOMA SURGERY Seoul – mechentel news – Die koreanische Forschungsgruppe um Jaeseung Shin aus dem Department of Radiologie des Yonsei University College of Medicine in Seoul, Korea hat in ihrer retrospektiven Studie die Sicherheit und Effektivität einer transarteriellen Embolisierung von (nach-)blutenden Gefäßen nach Nierenteilresektion aufgrund von Nierentumoren untersucht. Hierzu wurden Daten von 1187 Patienten untersucht, die zwischen 2006 und 2017 eine Nierenteilresektion (offen, laparoskopisch oder roboter-assistiert) erhielten. Eine Blutung wurde im median nach 5 Tagen diagnostiziert (Range 0-89). In der Gesamtkohorte wurden 36 Patienten (3%) aufgrund einer Blutung embolisiert. Nach laparoskopischer Nierenteilresektion erhielten 5.9% der Patienten aufgrund einer Blutung eine Embolisierung, während dieser Wert bei der offenen Nierenteilresektion bei 1.8% lag (p = 0.003) und bei der roboter-assistierten Variante bei 2.4% (p = 0.0014). Wie das Forscherteam in seiner Studie, die im Original in der April-Ausgabe des Fachmagazins THE JOURNAL OF UROLOGY erschienen ist, beschreibt, lag die Erfolgsrate der Embolisierung bei 94.4% bei der primären Embolisierung, während die übrigen Patienten nach einer Re-Embolisierung erfolgreich therapiert wurde. Zwischen der Nierenfunktion (eGFR) vor der Embolisierung und nach der Embolisierung konnte keine signifikante Veränderung beobachtet werden (p = 0.345). Keine relevante Komplikation wurde im Follow-up beschrieben. (cw/bg)

Autoren: Shin J1, Han K1, Kwon JH1, Kim GM1, Kim D1, Han SC1, Kim HJ1, Won JY1, Kim MD1, Lee DY1., Korrespondenz: 1 Department of Radiology, Yonsei University College of Medicine, Seoul, Republic of Korea., Studie: Clinical Results of Transarterial Embolization to Control Postoperative Vascular Complications after Partial Nephrectom., Quelle: J Urol. 2019 Apr;201(4):702-708. doi: 10.1016/j.juro.2018.10.022, Web: https://www.auajournals.org/doi/10.1016/j.juro.2018.10.022

Kommentar

Die transarterielle Embolisierung bei Nachblutungen im Rahmen der Nierenteilresektion ist in vielen Zentren mit interventioneller Radiologie bereits der Standard und die vorliegende Studie unterstützt diesen Therapieweg mit einer sehr hohen Erfolgsrate. Insbesondere wurde in einer Sub-Analyse gezeigt, dass die embolisierten Patienten im follow-up keine relevante Einschränkung der Nierenfunktion durch die Embolisierung erfahren haben dürften, was an der meist super-selektiven Versorgung von blutenden Ästen liegen könnte. Schließlich ist die Rate von Nachblutungen und Interventionen in dieser Studie höchstwahrscheinlich zu niedrig, um diese Frage suffizient beantworten zu können. Interessant bleibt, dass die laparoskopische Nierenteilresektion im Vergleich zu den beiden anderen Methoden mit den meisten Nachblutungen assoziiert war; dabei ist aber zu erwähnen dass die Tumorkomplexität in dieser Gruppe tendenziell höher war und auch die Erfahrung der Chirurgen nicht dokumentiert wurde. (cw)

Autor: Dr. med. univ. Christoph Würnschimmel, Assistenzarzt Luzerner Kantonsspital

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