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Chronische zentrale seröse Chorioretinopathie: mögliche Prädiktoren für das langfristige Outcome

 

MEDICAL RETINA New York – mechentel news – Die langfristigen Ergebnisse in Bezug auf die Sehkraft und die Ursachen von Sehkraftverlust bei chronischer zentraler seröser Chorioretinopathie (CSC) standen im Mittelpunkt der Arbeit von Sarah Mrejen von den Vitreous, Retina, Macula Consultants of New York, USA, und zahlreichen weiteren amerikanischen Kollegen. In eine retrospektive Längsschnittstudie wurden insgesamt 133 Teilnehmer (217 Augen) mit chronischer CSC aufgenommen. Die zwischen Mai 1977 und März 2018 durch drei der Autoren erhobenen klinischen und multimodalen Bildgebungsdaten dieser Patienten wurden beurteilt. Die multimodale Bildgebung umfasste Farbfotografie, Fluoreszenzangiographie, Indocyaningrünangiographie, Fundusautofluoreszenz (FAF) und OCT. Zielparameter waren die bestkorrigierte Sehschärfe (BCVA) bei der letzten Untersuchung, die Veränderung der BCVA zwischen Erstuntersuchung und den Nachuntersuchungen nach 1 Jahr, 5 und 10 Jahren sowie Ursachen für Sehverlust bei der letzten Untersuchung. Die Daten von 6.228 einzelnen Klinikbesuchen wurden analysiert. Das mittlere Alter der Patienten bei der ersten Untersuchung betrug 60,7 Jahre und die mittlere Nachbeobachtungszeit von der ersten bis zur letzten Untersuchung lag bei 11,3 Jahren. Die Kohorte umfasste 101 männliche Patienten (75,9%). Bei der letzten Untersuchung war bei 106 Patienten (79,7%) zumindest auf einem Auge mit einer BCVA von 20/40 oder besser ein Sehvermögen erhalten, das zum Führen eines Fahrzeugs vorausgesetzt wird, und 17 Patienten (12,8%) galten mit einer BCVA von 20/200 oder schlechter auf beiden Augen im Sinne des Gesetzes als blind. Die mittlere BCVA bei der Erstuntersuchung unterschied sich nicht signifikant von der mittleren BCVA beim 1- oder 5-jährigen Follow-up (beide p ≥ 0,65), war jedoch signifikant besser als die mittlere BCVA bei der Nachuntersuchung nach 10 Jahren (p = 0,04). 79% der Augen mit einer Sehkraft von 20/40 oder besser bei der ersten Visusbestimmung lagen beim 10-jährigen Follow-up auf dem gleichen Visus-Niveau. 92% der Augen mit einer Sehkraft von 20/200 oder schlechter bei der ersten Untersuchung zeigten die gleiche Sehkraft bei der 10-jährigen Nachuntersuchung. Zystoide Makuladegeneration, choroidale Neovaskularisation (CNV), Störungen der äusseren Netzhaut im OCT und FAF-Veränderungen waren mit einem schlechteren Sehvermögen bei der Nachuntersuchung nach 10 Jahren assoziiert (alle p ≤ 0,001). Multivariable Analysen ergaben, dass ein höheres Alter bei der Erstuntersuchung mit einer grösseren BCVA-Veränderung beim 10-jährigen Follow-up verbunden war (p = 0,001). Die Autoren halten in der April-Ausgabe 2019 des Fachjournals OPHTHALMOLOGY fest, dass die chronische CSC eine die Sehkraft bedrohende Erkrankung ist, die bis hin zur gesetzlich definierten Erblindung führen kann. Das Alter bei der ersten Vorstellung und Veränderungen der äusseren Netzhaut in der multimodalen Bildgebung waren mit langfristigen BCVA-Veränderungen assoziiert und könnten Prädiktoren für die langfristigen Visus-Ergebnisse sein. (bs)

Autoren: Mrejen S, Balaratnasingam C, Kaden TR, Bottini A, Dansingani K, Bhavsar KV, Yannuzzi NA, Patel S, Chen KC, Yu S, Stoffels G, Spaide RF, Freund KB, Yannuzzi LA. Korrespondenz: Sarah Mrejen, MD, Vitreous Retina Macula Consultants of New York, 460 Park Avenue, Fifth Floor, New York, NY 10022, USA. E-Mail: sarahmrejen.uretsky@gmail.com Studie: Long-term Visual Outcomes and Causes of Vision Loss in Chronic Central Serous Chorioretinopathy. Quelle: Ophthalmology. 2019 Apr;126(4):576-588. doi: 10.1016/j.ophtha.2018.12.048. Web: https://www.aaojournal.org/article/S0161-6420(17)32067-5/abstract

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