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Keine Unterschiede zwischen Ranibizumab und Aflibercept bei nAMD nach einem Jahr Treat-and-Extent

 

MEDICAL RETINA Sydney – mechentel news – Nach Kenntnis der Autoren aus Australien und der Schweiz um Mark C. Gillies von der Macular Research Group am Save Sight Institute der University of Sydney in Bundesstaat New South Wales ist dies die erste randomisierte klinische Studie, in der die Visus-Ergebnisse und die Anzahl der Injektionen zwischen Ranibizumab und Aflibercept unter Verwendung eines identischen Treat-and-Extend-Regimes (TE) für die neovaskuläre altersbedingte Makuladegeneration (nAMD) verglichen wurden. Dieser Bericht sollte die Ergebnisse der vorab geplanten 12-monatigen Zwischenanalyse von zwei zuvor definierten sekundären Wirksamkeitsendpunkten darstellen. Der Vergleich von Ranibizumab und Aflibercept bezüglich der Entwicklung einer geografischen Atrophie bei Patienten mit (feuchter) AMD (RIVAL) wurde an 24 Standorten in Australien durchgeführt und umfasste 281 behandlungsnaive Augen von 281 Teilnehmern mit aktiver choroidaler Neovaskularisation infolge von nAMD und einem Sehschärfe-Wert von 23 oder mehr Buchstaben. Die Teilnehmer wurden zwischen dem 11. April 2014 und dem 31. Oktober 2015 rekrutiert. Eine vorab geplante Zwischenanalyse wurde im 12. Monat durchgeführt. Die Bewerter der best-korrigierten Sehschärfe (BCVA) und das zentrale Lesezentrum, das die Behandlungsintervalle festlegte, waren hinsichtlich der Therapiezuordnung verblindet. Die Teilnehmer wurden randomisiert (1:1) und erhielten intravitreale Injektionen von entweder 0,5 mg Ranibizumab oder 2,0 mg Aflibercept. Nach 3 ersten monatlichen Injektionen begann für die Teilnehmer die Treat-and-Extend-Phase. Erhoben wurden die mittlere Veränderung der BCVA und der Anzahl der Injektionen vom Ausgangszeitpunkt bis zum 12. Monat. Von den 281 Teilnehmern waren 148 (52,7%) Frauen und das Durchschnittsalter lag bei 77,7 Jahren. Der durchschnittliche BCVA-Buchstaben-Score (ungefähres Snellen-Äquivalent) betrug zum Ausgangszeitpunkt 65,3 (20/50) im Ranibizumab-Arm und 65,1 (20/50) im Aflibercept-Arm. 127 Ranibizumab-Teilnehmer (90,1%) und 121 Aflibercept-Teilnehmer (88,3%) beendeten den 12. Monat mit einem mittleren BCVA-Buchstaben-Score von 72,9 beziehungsweise 70,5. Die durchschnittliche Veränderung der BCVA-Buchstaben-Scores vom Ausgangswert bis zum 12. Monat betrug 7,2 für Ranibizumab und 4,9 für Aflibercept (Unterschied 2,3; 95% Konfidenzintervall: -0,1 bis 4,7; p = 0,06). Die durchschnittliche Anzahl der Injektionen vom Startzeitpunkt bis zum 12. Monat betrug 9,7 und zwar sowohl im Ranibizumab-Arm als auch im Aflibercept-Arm mit einer Rate Ratio von 1,00 (p = 0,86). Die Autoren stellen in der elektronischen Vorabpublikation im Januar 2019 beim JAMA OPHTHALMOLOGY dar, dass diese Ergebnisse für sie nahelegen, dass bei nAMD weder Aflibercept noch Ranibizumab während des ersten Jahres in einem TE-Regime in Bezug auf die durchschnittlichen Visusgewinne und die Anzahl der Injektionen dem anderen überlegen sind. Das längere Follow-up bis zum Ende des zweiten Jahres werde zeigen, ob dann Vorteile der einen gegenüber der anderen Substanz identifiziert werden können. (bs)

Autoren: Gillies MC, Hunyor AP, Arnold JJ, Guymer RH, Wolf S, Ng P, Pecheur FL, McAllister IL. Korrespondenz: Macular Research Group, Save Sight Institute, The University of Sydney, Sydney Eye Hospital, Sydney, New South Wales, Australia. Studie: Effect of Ranibizumab and Aflibercept on Best-Corrected Visual Acuity in Treat-and-Extend for Neovascular Age-Related Macular Degeneration: A Randomized Clinical Trial. Quelle: JAMA Ophthalmol. 2019 Jan 24. doi: 10.1001/jamaophthalmol.2018.6776. [Epub ahead of print] Web: https://jamanetwork.com/journals/jamaophthalmology/article-abstract/2722672

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