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Impressionszytologie der gesunden equinen Augenoberfläche: Interessante ergänzende diagnostische Methode für die klinische Praxis

 

Legnaro – mechentel news – Die Cytobrush-Technik wird häufig verwendet, um eine Probe der Augenoberfläche des Pferdes zu entnehmen. Die Impressionszytologie „Impression cytology (IC)“ ist eine innovative nicht-invasive Methode, die es ermöglicht, oberflächliche Schichten des Augenepithels zu sammeln. Ziel dieser Studie von Federico Bonsembiante aus dem Department of Comparative Biomedicine and Food Science, Production and Health, University of Padua, Viale dell’Università in Legnaro, Italien und Kollegen war der Vergleich der Cytobrush und IC-Techniken auf gesunden Augenoberflächen von Pferden, die Bewertung der Übereinstimmung zwischen Betrachtern mit unterschiedlichem Fachwissen und die Überprüfung der Haltbarkeit von Filtern im Zeitverlauf. Innerhalb von 10 Minuten nach der Schlachtung wurden bei 24 Pferden Proben entnommen, mit IC am linken Auge und der Cytobrush-Technik am rechten Auge. May-Grünwald-Giemsa gefärbte Proben wurden von zwei Betrachtern mit unterschiedlichem Fachwissen ausgewertet. Morphologische Merkmale wurden mit einem 4-Stufen-System bewertet. Die IC-Proben wurden nach 6 Monaten neu bewertet, um die Filterhaltbarkeit zu untersuchen. In IC-Proben wurden Hornhaut- und Bindehautzellen klar getrennt. Becherzellen wurden in fünf bzw. 17 Filtern von Betrachter 1 bzw. 2 gefunden. Mit der Cytobrush-Technik waren Hornhaut- und Bindehautzellen vorhanden, aber gemischt. Der Zellgehalt, die Haltbarmachung und Auszählung der Becherzellen war mit der IC-Technik höher als mit der Cytobrush-Technik (P = 0,013; P = 0,004; P = 0,031). Die Inter-Observer-Übereinstimmung für die IC-Technik war moderat bis ausreichend. In 7/24 IC-Proben, die nach 6 Monaten neu bewertet wurden, war die zelluläre Morphologie beeinträchtigt und der Gesamtwert deutlich niedriger. Daraus schliessen die Autoren in ihrem Paper, das in der März-Ausgabe des Fachmagazins VETERINARY CLINICAL PATHOLOGY erschienen ist, dass IC eine innovative nicht-invasive Methode ist, die eine Probenahme mit höherem Zellgehalt und Konservierung ermöglicht. Ausserdem ist die Identifizierung von Becherzellen einfacher. Aus diesen Gründen könnte die IC als ergänzende diagnostische zytologische Methode in der klinischen Praxis interessant und nützlich sein. (bg)

Autoren: Bonsembiante F1, Perazzi A2, Deganello A2, Gelain ME1, Iacopetti I2., Korrespondenz: 1 Department of Comparative Biomedicine and Food Science, Production and Health, University of Padua, Viale dell’Università, Legnaro (Padua), Italy., 2 Department of Animal Medicine, Production and Health, University of Padua, Viale dell’Università, Legnaro (Padua), Italy., Studie: Impression cytology of the healthy equine ocular surface: Inter-observer agreement, filter preservation over time and comparison with the cytobrush technique., Quelle: Vet Clin Pathol. 2019 Mar;48(1):61-66. doi: 10.1111/vcp.12711. Epub 2019 Mar 12, Web: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/vcp.12711

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