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Endophthalmitisrate nach endothelialer Keratoplastik noch niedriger als nach perforierender

 

CORNEA Philadelphia – mechentel news – Die Endophthalmitis-Raten nach perforierender Keratoplastik (PK) und endothelialer Keratoplastik (EK) sowie ein Vergleich der klinischen Ergebnisse interessierten Durga S. Borkar et al. vom Wills Eye Hospital in Philadelphia im gleichnamigen Bundesstaat, USA. Sie führten dazu eine retrospektive Kohortenstudie durch, indem die medizinischen und Abrechnungsunterlagen mehrerer grosser akademischer Praxen in Philadelphia hinsichtlich der Arztbesuche elektronisch ausgewertet wurden, wenn zwischen dem 1. April 2012 und dem 31. August 2018 eine PK oder EK durchgeführt worden war. Demografische Informationen und Transplantat-Merkmale wurden für jeden Patienten und jeden Praxistermin ausgewertet. Eine zusätzliche Abfrage auf der Grundlage von Diagnose- und Verfahrensabrechnungscodes wurde zur Identifikation aller Fälle von Endophthalmitis durchgeführt. Die Aufzeichnungen von Patienten mit Endophthalmitis wurden einzeln überprüft und Informationen zu Auslösefaktoren, klinischer Bewertung bei Präsentation, Management, Ergebnissen der mikrobiologischen Kulturen, visuellen Ergebnissen und Transplantat-Überlebensraten gesammelt. Der Hauptzielparameter war die Inzidenz des Verdachts auf infektiöse Endophthalmitis nach PK oder EK. Während des Untersuchungszeitraums wurden 1.676 PKs und 2.292 EKs bei 3.069 Patienten durchgeführt. Das Durchschnittsalter der Patienten in dieser Transplantationskohorte lag bei 66,4 Jahren und 54,6% der Patienten waren weiblich. Während des Untersuchungszeitraums traten 16 Fälle von Endophthalmitis auf, davon 12 Fälle nach PK und 4 Fälle nach EK. Die Endophthalmitis-Rate nach EK (4 von 2.292; 0,2%) war signifikant niedriger (p = 0,01) als die nach PK (12 von 1.676; 0,7%). Darüber hinaus war die Wahrscheinlichkeit, eine Endophthalmitis nach PK oder EK in Verbindung mit einer anterioren Vitrektomie zu entwickeln, signifikant höher als nach PK oder EK allein (Odds Ratio 8,66; 95% Konfidenzintervall 2,98-25,18; p < 0,001). Die Visusergebnisse waren nach PK-bedingter Endophthalmitis schlechter als bei EK-assoziierten Fällen (p = 0,01). Die Rate des Transplantatversagens beim letzten Follow-up war bei Endophthalmitis nach PK signifikant höher (p = 0,02). Die Autoren fassen ihre Ergebnisse in der elektronischen Vorabpublikation im Mai 2019 beim AMERICAN JOURNAL OF OPHTHALMOLOGY dahingehend zusammen, dass in der grossen Kohorte von Patienten, die sich entweder einer PK oder einer EK unterzogen, die Endophthalmitisrate bei beiden Eingriffen niedrig und bei der EK im Vergleich zur PK signifikant niedriger war. Augen mit Endophthalmitis nach PK hatten schlechtere Visusergebnisse und eine schlechtere Transplantatprognose als Augen mit Endophthalmitis nach EK. (bs)

Autoren: Borkar DS, Wibbelsman TD, Buch PM, Rapuano SB, Obeid A, Ho AC, Hsu J, Regillo CD, Ayres BD, Hammersmith KM, Nagra PK, Raber IM, Rapuano CJ, Syed ZA. Korrespondenz: Zeba A. Syed, Sidney Kimmel Medical College at Thomas Jefferson University, Cornea Service, Wills Eye Hospital, 840 Walnut Street, Suite 920, Philadelphia, PA 19107, USA. E-Mail: zebaasyed@gmail.com Studie: Endophthalmitis Rates and Clinical Outcomes Following Penetrating and Endothelial Keratoplasty. Quelle: Am J Ophthalmol. 2019 May 10. pii: S0002-9394(19)30222-3. doi: 10.1016/j.ajo.2019.05.004. [Epub ahead of print] Web: https://www.ajo.com/article/S0002-9394(19)30222-3/abstract

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