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Unabhängig vom Alter verbesserte Ergebnisse der Harninkontinenz nach robotergestützter radikaler Prostatektomie

 

PROSTATE CANCER Heidelberg – mechentel news – Die robotergestützte radikale Prostatektomie hat sich in den letzten zehn Jahren zum meist bevorzugten Verfahren für die chirurgische Behandlung von Prostatakrebs entwickelt. Bei Patienten mit einer Lebenserwartung von mindestens 10 Jahren wird eine aktive Behandlung empfohlen. Das Alter an sich stellt jedoch keine absolute Indikation für die Therapie dar, bei der eine Operation oder Strahlentherapie auch bei Patienten über 70 Jahren, wenn diese sich in einer guten Verfassung befinden, angeboten werden kann. Traditionell beschränkte sich der Einsatz von Operationen auf jüngere Patienten, während ältere Patienten Strahlentherapie und Hormonbehandlung erhielten. Joanne N. Nyarangi-Dix et al. aus der Urologischen Klinik des Universitätsklinikums Heidelberg, Deutschland, und Kollegen u.a. auch aus Sofia, Bulgarien, und Wien, Österreich, analysierten für die vorliegende Arbeit retrospektiv Daten von 350 Prostatakrebspatienten, die in einem Zentrum bei Prostatakrebs mit hohem Risiko durch robotergestützte radikale Prostatektomie behandelt wurden. Sie fanden heraus, dass Patienten über 70 Jahre eine ähnliche Kontinenzerholung wie Patienten unter 70 Jahren aufwiesen, was die Hypothese stützt, dass bei Patienten mit Hochrisiko-Prostatakrebs, die mit robotergestützter radikalen Prostatektomie behandelt werden, eine Wiederherstellung der Kontinenz unabhängig vom Alter zum Zeitpunkt der Operation möglich ist. So stellten die Autoren in ihrem Paper, das im Mai 2019 in elektronischer Vorabpublikation beim WORLD JOURNAL OF UROLOGY erschienen ist, fest, dass 83% der Patienten, die älter als 70 Jahre waren, und 85% der Patienten, die jünger als 70 Jahre waren, ihre Kontinenz nach der Operation wiedererlangten. Sie kommen zu dem Schluss, dass eine Operationstherapie geeignet ist und hervorragende funktionelle Ergebnisse bei Patienten mit Hochrisiko-Prostatakarzinom bietet, unabhängig vom Alter zum Zeitpunkt der Operation. (mm/um)

Autoren: Nyarangi-Dix JN, Tosev G, Damgov I, Reimold P, Aksoy C, Hatiboglu G, Teber D, Mansour J, Kuehhas FE, Radtke JP, Hohenfellner M. Korrespondenz: Georgi Tosev, Department of Urology, University Hospital Heidelberg, Heidelberg, Germany. E-Mail: georgi.tosev@med.uni-heidelberg.de Studie: Recovery of pad-free continence in elderly men does not differ from younger men undergoing robot-assisted radical prostatectomy for aggressive prostate cancer. Quelle: World J Urol. 2019 May 11. doi: 10.1007/s00345-019-02797-5. [Epub ahead of print] Web: https://link.springer.com/article/10.1007%2Fs00345-019-02797-5

Kommentar

Eine aktive Behandlung von lokalisiertem Prostatakrebs muss immer in einem multidisziplinären Austausch und mit dem Patienten diskutiert werden. Bei älteren Patienten ist es immer wichtig zu bedenken, dass die Gefahr einer Überbehandlung des Patienten höher ist und alle Aspekte berücksichtigt werden müssen. Diese Daten zeigen, dass wenn sich für eine aktive Behandlung entschieden wird, die robotergestützte Operation eine akzeptable Lösung mit ähnlichen funktionellen Ergebnissen ist, wie sie bei jüngeren Patienten erzielt werden. (mm/um)

Autor: Dr. med. Dr. rer. nat. Marco Moschini, Assistenzarzt Luzerner Kantonsspital

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