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Höhere Stresslevel bei Patienten mit nichtinfektiöser Uveitis

 

UVEITIS San Francisco – mechentel news – Uveitis beinhaltet eine Fehlregulierung des Immunsystems des Auges. Es ist bekannt, dass Stress die Immunfunktion beeinflusst, es ist jedoch unklar, ob ein Zusammenhang zwischen Stress und Uveitis besteht. An der University of California in San Francisco, USA, gingen Elyse J. Berlinberg et al. dieser Fragestellung, ob eine Assoziation zwischen Uveitis und psychischem Stress besteht, nach. Dazu wurde in einer universitären Klinik für Uveitis und einer großen Augenklinik eine Fall-Kontroll-Querschnittsstudie durchgeführt, wobei ein Selbstbeurteilungs-Fragebogen ausgefüllt wurde, die Patientenunterlagen gesichtet und ein Tages-Kortisolspiegel aus dem Speichel bestimmt wurde. Die Teilnehmern umfassten 146 aufeinander folgende Erwachsene mit nichtinfektiöser Uveitis und altersangepasste Kontrollen ohne Augenerkrankungen. Die Studie wurde vom 1. Dezember 2017 bis zum 14. März 2018 durchgeführt. Die Teilnehmer füllten selbst den Cohen 10-item Perceived Stress Scale (PSS-10) aus, einen demografischen Fragebogen. Die Antworten auf jede Frage wurden auf einer 5-Punkte Likert-Skala kategorisiert. Die Gesamtpunktzahlen reichten von 0 (keine Belastung) bis 40 (hohe Belastung). Darüber hinaus gaben die Teilnehmer drei Speichelproben zur Kortisolbestimmung ab. Diejenigen, die an Uveitis litten, wurden durch eine Überprüfung der Krankenunterlagen als vor kurzem aktive oder kontrollierte Krankheit eingestuft. Die im voraus festgelegte Primäranalyse bestand aus einer linearen Regression des PSS-10-Scores und Uveitis, korrigiert um Alter, Geschlecht, Bildungsstand, Beschäftigung und durchschnittliches Einkommen. Sekundäre Analysen umfassten den Vergleich der PSS-10-Werte bei Patienten mit vor kurzem aktiver und kontrollierter Uveitis, die Bestimmung von Stressprädiktoren und den Vergleich des Tages-Kortisols im Speichel zwischen Uveitis- und Kontrollgruppen. Von 146 in Frage kommenden Patienten lehnten 17 die Teilnahme ab und 9 stimmten zu, wurden jedoch ausgeschlossen, da sie nicht beide Fragebögen ausfüllten. Dies führte zu 120 Patienten (80 Uveitis, 40 Kontrollen) in der abschließenden Analyse. Achtzig Teilnehmer (66,7%) waren Frauen und 70 (58,3%) waren weiß. Das Durchschnittsalter betrug 40 Jahre. Eine Uveitis-Erkrankung war mit einem um 4,3 Punkte höheren PSS-10-Score verbunden (p = 0,002). Es zeigte sich kein signifikanter Unterschied in den PSS-10-Scores zwischen Patienten mit kürzlich aktiver und kontrollierter Uveitis (1,0 Punkt höher bei Patienten mit aktiver Uveitis; p = 0,52). Zu den Faktoren, die mit einem erhöhten PSS-10-Score bei Patienten mit Uveitis verbunden waren, gehörten das weibliche Geschlecht (p = 0,002), gleichzeitige immunmodulatorische Therapie (p = 0,08), Depression in der Vorgeschichte (p = 0,02) und posteriore oder Panuveitis (p = 0,006). Bei den 70 Teilnehmern (58,3%), die analysierbare Speichelproben für die Kortisol-Analyse abgegeben hatten, unterschieden sich die Speichel-Kortisolspiegel nicht zwischen den Gruppen Uveitis und Non-Uveitis. Wie die Autoren in der elektronischen Vorabpublikation im Dezember 2018 beim JAMA Ophthalmology festhalten, weisen ihre Ergebnisse darauf hin, dass Patienten mit Uveitis im Vergleich zu Kontrollen höhere psychische Stresslevel aufweisen, wenn auch kein signifikanter Unterschied zwischen Patienten mit aktiver gegenüber kontrollierter Uveitis hinsichtlich Stress festgestellt wurde. Daraus folgt, dass eine umfassende Therapie der nichtinfektiösen Uveitis in der Lage sein könnte, die psychologischen Aspekte dieser Erkrankung anzugehen. (bs)

Autoren: Berlinberg EJ, Gonzales JA, Doan T, Acharya NR. Korrespondenz: Elyse Berlinberg, Francis I. Proctor Foundation, University of California, San Francisco, USA. Studie: Association Between Noninfectious Uveitis and Psychological Stress. Quelle: JAMA Ophthalmol. 2018 Dec 6. doi: 10.1001/jamaophthalmol.2018.5893. [Epub ahead of print] Web: https://jamanetwork.com/journals/jamaophthalmology/article-abstract/2716825

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