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Weitfeld-OCTA zur Diagnostik der kapillaren Perfusion bei intermediärer Uveitis

 

UVEITIS Bern – mechentel news – Mittels Swept-Source Weitfeld-Optischer Kohärenztomographie-Angiographie (OCTA) untersuchte Meng Tian aus der Augenklinik des Inselspitals, Universitätsklinik Bern, Schweiz, zusammen mit Kollegen aus Österreich und der Schweiz die vaskulären Veränderungen bei Patienten mit intermediärer Uveitis mit oder ohne retinale Vaskulitis in einer prospektiven Querschnittsstudie. Konsekutive Patienten mit intermediärer Uveitis wurden mittels Weitfeld-OCTA untersucht. Die Weitfeld-OCTA- und En-Face-OCT-Bilder wurden hinsichtlich nicht vorhandener und verminderter Kapillarperfusion und Störung der Ellipsoidzone beziehungsweise Abnormalitäten in der En-face-Weitfeld-Darstellung der retinalen Dicke analysiert und mit Befunden der Fluoreszenzangiographie (FA) einer Subkohorte verglichen. Insgesamt 164 Augen von 88 Patienten mit intermediärer Uveitis wurden eingeschlossen. Bereiche ohne kapillare Perfusion und mit reduzierter Perfusion wurden häufiger in der choroidalen OCTA-Platte (33,3% bzw. 49,4%), in der choriokapillären Schicht (CC; 31,4% bzw. 48%) sowie im tiefen Kapillarplexus (DCP; 9,6% bzw. 34,6%) beobachtet als im oberflächlichen Kapillarplexus (SCP; 5% bzw. 26,3%). Die intermediäre Uveitis mit Vaskulitis zeigte häufiger eine fehlende und verminderte Perfusion im DCP (p = 0,003 bzw. p = 0,05) und im SCP (p = 0,007 bzw. p = 0,005) als die intermediäre Uveitis ohne Vaskulitis. Periphere Kapillarleckagen in der FA korrelierten mit perivaskulären, makularen und generalisierten Verdickungen in den En-Face-Weitfeld-Dickekartierungen (p = 0,007). Ischämie in der FA korrelierte signifikant mit Nichtperfusion in der Weitfeld-OCTA im SCP und DCP (p = 0,019 bzw. p = 0,027). Die Autoren fassen in der elektronischen Vorabpublikation im Dezember 2018 beim British Journal of Ophthalmology zusammen, dass in der Weitfeld-OCTA bei intermediärer Uveitis Veränderungen häufiger in der Choroidea, in der choriokapillären Schicht und im tiefen Kapillarplexus gefunden wurden als im oberflächlichen Kapillarplexus. Während die Weitfeld-OCTA ein verlässliches Instrument zum Nachweis der kapillaren Nichtperfusion bei intermediärer Uveitis ist, erwies sie sich bei der Bestimmung der Krankheitsaktivität als nicht hilfreich. (bs)

Autoren: Tian M, Tappeiner C, Zinkernagel MS, Huf W, Wolf S, Munk MR. Korrespondenz: Dr Marion R Munk, Department of Ophthalmology, Inselspital, Bern University Hospital, University of Bern, Bern 3010, Switzerland. E-Mail: marion_munk@hotmail.com Studie: Evaluation of vascular changes in intermediate uveitis and retinal vasculitis using swept-source wide-field optical coherence tomography angiography. Quelle: Br J Ophthalmol. 2018 Dec 11. pii: bjophthalmol-2018-313078. doi: 10.1136/bjophthalmol-2018-313078. [Epub ahead of print] Web: https://bjo.bmj.com/content/early/2018/12/10/bjophthalmol-2018-313078.long

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