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Intraoperatives, bildgeführtes torisches IOL-Ausrichtungssystem ohne vorherige Hornhautmarkierung

 

CATARACT Wien – mechentel news – Ralph M. Varsits et al. aus dem Vienna Institute for Research in Ocular Surgery (VIROS), einem Karl-Landsteiner Institut am Hanusch Krankenhaus in Wien, Österreich, testeten ein intraoperatives torisches Intraokularlinsen(IOL)-Ausrichtungssystems unter Verwendung eines speziellen Operationsmikroskops mit einem bildgeführten System ohne präoperative Hornhautmarkierung. In einer prospektiven Fallserie wurde ein neues Operationsmikroskop-System für die Kataraktchirurgie eingesetzt (torisches IOL-Ausrichtungssystem des Mikroskops OPMI Lumera® 700 und Augensoftware CALLISTO®; Carl Zeiss Meditec Vertriebsgesellschaft mbH, Oberkochem, Deutschland). Dieses System ermöglicht die torische IOL-Ausrichtung, indem die limbalen Gefässe einer präoperativen Aufnahme mit dem Livebild des Mikroskops abgeglichen werden. Das präoperative Foto wurde mit IOLMaster 500 aufgenommen, das ein „Reference Image Attachment“-System (rotfreies Bild) beinhaltet. Dieses dient dazu, das Auge während der Operation aufzuzeichnen und ihm zu folgen. Nach der Operation wurde die Rotationsausrichtung bestimmt und mit der präoperativen Berechnung der Achse verglichen. Eine Stunde nach der Operation wurde ein Retroilluminationsfoto aufgenommen und anschliessend die Rotationsausrichtung mit der präoperativen Berechnung der Achse verglichen, um die Rotationsstabilität zu ermitteln. 50 Augen von 50 Patienten wurden eingeschlossen. Die Durchführbarkeit der intraoperativen Markierung war hoch. Die Abweichung zwischen der postoperativen (am Ende der Operation im Operationssaal) und der anvisierten IOL-Achse betrug
0,52 Grad ± 0,56 (SD). Die Abweichung eine Stunde postoperativ lag bei 5,10 ± 4,45 Grad. In der September-Ausgabe 2019 des
JOURNAL OF CATARACT & REFRACTIVE SURGERY kommen die Autoren zu dem Schluss, dass die intraoperative torische IOL-Ausrichtung unter Verwendung eines bildgeführten Systems ein genaues und schnelles Verfahren darstellt, das zu einer präzisen torischen IOL-Ausrichtung führte und die Positionierung von torischen IOLs vereinfachte. Kurz nach der Operation (innerhalb der ersten Stunde) liess sich eine leichten Rotation der IOLs feststellen. (bs)

Autoren: Varsits RM, Hirnschall N, Döller B, Findl O. Korrespondenz: Oliver Findl, MD, MBA, FEBO, Hanusch Hospital, Heinrich-Collin-Strasse 30, 1140 Vienna, Austria. E-Mail: oliver@findl.at Studie: Evaluation of an intraoperative toric intraocular lens alignment system using an image-guided system. Quelle: J Cataract Refract Surg. 2019 Sep;45(9):1234-1238. doi: 10.1016/j.jcrs.2019.04.009. Web: https://www.jcrsjournal.org/article/S0886-3350(19)30283-4/abstract

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