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Nd:YAG-Lasertherapie von störenden Mouches volantes braucht weitere Erforschung

 

SURGICAL RETINA Huntington Beach – mechentel news – Mouches volantes werden mit Neodym-dotierten Yttrium-Aluminium-Granat(Nd:YAG)-Lasern behandelt, es fehlen jedoch Studien zu strukturellen und funktionellen Auswirkungen mit objektiven Outcome-Daten. Die vorliegende Studie von Justin H. Nguyen aus dem VMR Institute for Vitreous Macula Retina in Huntington Beach, Kalifornien und weiteren Kollegen aus den Vereinigten Staaten untersuchte die Auswirkungen des Nd:YAG-Lasers, indem Teilnehmer mit Mouches volantes, die zuvor eine Lasertherapie erfahren hatten mit unbehandelten Kontrollprobanden und gesunden Personen ohne Mouches volantes verglichen wurden. Dabei wurde die Glaskörperstruktur mittels quantitativer Sonographie bewertet und die Sehkraft durch Bestimmung der Sehschärfe und der Kontrastempfindlichkeit gemessen. In die retrospektive, vergleichende Studie wurde jeweils ein Auge der 132 Teilnehmer aufgenommen: 35 Kontrollpersonen ohne Mouches volantes, 59 Teilnehmer mit unbehandelten Mouches volantes und 38 Teilnehmer mit zuvor mittels Nd: YAG-Laser behandelten Mouches volantes. Von letzteren waren 25 unzufrieden und strebten eine Vitrektomie an, 13 waren mit der Sehfähigkeit zufrieden. Die Teilnehmer füllten den 39 Items umfassenden Bogen des National Eye Institute Visual Function Questionnaire (NEI-VFQ-39) zur Erfassung der Zufriedenheit mit der visuellen Funktion aus, erhielten eine quantitative Sonographie (QUS) zur Messung der Glaskörperechodensität und eine Bestimmung der bestkorrigierten Sehschärfe (BCVA) und der Kontrastempfindlichkeitsfunktion (CSF), um die Sehkraft zu bewerten. Hauptzielparameter waren NEI-VFQ-39, QUS, BCVA und CSF. Im Vergleich zu Kontrollpersonen ohne Mouches volantes zeigten Teilnehmer mit unbehandelten Mouches volantes schlechtere NEI-VFQ-39-Ergebnisse, 57% höhere Glaskörperechodensität und eine signifikant niedrigere (130%) CSF (jeweils p <0,001). Verglichen mit unbehandelten Augen mit Mouches volantes hatten Nd:YAG-behandelte Augen eine 23% geringere Glaskörperechodensität (p <0,001), zeigten jedoch keine Unterschiede bei NEI-VFQ-39 (p = 0,51), BCVA (p = 0,42) und CSF (p = 0,17). Von 38 Teilnehmern mit Mouches volantes, die zuvor mit Nd:YAG behandelt worden waren, waren 25 unzufrieden mit dem Ergebnis und strebten eine Vitrektomie an. Bei ihnen zeigten sich eine 24% höhere Glaskörper-Echodensität (p = 0,018) und eine 52% schlechtere CSF (p = 0,006). Multivariate lineare Regressionsmodelle bestätigten diese Ergebnisse. Die Autoren halten in der November-Ausgabe 2019 der Fachzeitschrift OPHTHALMOLOGY fest, dass die Gruppe der wegen störender Mouches volantes zuvor mit Nd:YAG-Laser behandelten Teilnehmer einen weniger dichten Glaskörper, aber eine ähnliche visuelle Funktion wie unbehandelte Kontrollteilnehmer mit Mouches volantes aufwiesen. Da einige der laser-behandelten Augen eine geringere Dichte des Glaskörpers und eine bessere Sehfunktion aufwiesen als die unbehandelten Kontrollpersonen, sei eine prospektive randomisierte Studie zur Nd:YAG-Lasertherapie des Glaskörpers unter Verwendung einheitlicher Laserbehandlungsparameter und objektiver quantitativer Ergebnismasse angezeigt. (bs)

Autoren: Nguyen JH, Nguyen-Cuu J, Yu F, Yee KM, Mamou J, Silverman RH, Ketterling J, Sebag J. Korrespondenz: J. Sebag, MD, FARVO, VMR Institute for Vitreous Macula Retina, 7677 Center Avenue, Suite 400, Huntington Beach, CA 92647, USA. E-Mail: jsebag@VMRinstitute.com Studie: Assessment of Vitreous Structure and Visual Function after Neodymium:Yttrium-Aluminum-Garnet Laser Vitreolysis. Quelle: Ophthalmology. 2019 Nov;126(11):1517-1526. doi: 10.1016/j.ophtha.2019.06.021. Web: https://www.aaojournal.org/article/S0161-6420(18)32553-3/abstract

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