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Internationale Trends in der Inzidenz von Hodenkrebs: Erfahrungen aus 35 Jahren und 41 Ländern

 

TESTICULAR CANCER Wellington – mechentel news – Die Inzidenzraten von Hodenkrebs haben in den letzten Jahren in vielen Ländern zugenommen. Das Team um Jason K. Gurney aus dem Department of Public Health der University of Otago in Wellington, Neuseeland analysieren in dieser Studie die Daten von 41 Ländern, die Inzidenz und Trends in der Diagnose von Hodenkrebs und versuchen, die Gründe für diese Veränderungen zu verstehen. Bei diesen Daten sind auch Daten aus der Schweiz enthalten. Die Studie umfasst einen Zeitraum von 35 Jahren, von 1978 bis 2012. Die Schweiz liegt mit einer Inzidenz von 8,9/100.000 auf dem dritten Platz, eine höhere Inzidenz wird nur in Norwegen und Dänemark verzeichnet. Die Mehrheit der Tumore sind Seminome. Die Autoren analysierten Inzidenz und Trends und stellten in ihrer Studie, die im Original in der November-Ausgabe des Fachmagazins EUROPEAN UROLOGY erschienen ist fest, dass Länder aus Nordeuropa einem erhöhten Risiko ausgesetzt zu sein scheinen und dass sich die Kluft zwischen Regionen mit höherer und niedrigerer Inzidenz verringert. Dies ist insbesondere auf den zunehmenden Trend in den Ländern mit historisch niedriger Inzidenz und der Stabilisierung des Trends in Ländern mit hoher Inzidenz für Hodenkrebs zurückzuführen. (mm/bg)

Autoren: Gurney JK1, Florio AA2, Znaor A3, Ferlay J3, Laversanne M3, Sarfati D4, Bray F3, McGlynn KA2., Korrespondenz: 1 Cancer and Chronic Conditions Research Group, Department of Public Health, University of Otago, Wellington, New Zealand. Electronic address: jason.gurney@otago.ac.nz., 2 Division of Cancer Epidemiology and Genetics, National Cancer Institute, Bethesda, MD, USA., 3 Section of Cancer Surveillance, International Agency for Research on Cancer, Lyon, France., 4 Cancer and Chronic Conditions Research Group, Department of Public Health, University of Otago, Wellington, New Zealand., Studie: International Trends in the Incidence of Testicular Cancer: Lessons from 35 Years and 41 Countries., Quelle: Eur Urol. 2019 Nov;76(5):615-623. doi: 10.1016/j.eururo.2019.07.002. Epub 2019 Jul 17., Web: https://www.europeanurology.com/article/S0302-2838(19)30526-3/fulltext

Kommentar Weitere Studien sind notwendig, um die Ursachen und Unterschiede der Inzidenz von Hodenkrebs zu verstehen. Der Hodentumor hat eine der höchsten Inzidenzraten in der Schweiz und die Ursachen sollten sorgfältig untersucht werden, andererseits müssen Urologen und Hausärzte diesen Risikofaktor berücksichtigen, um eine frühzeitige Diagnose zu stellen. (mm/bg)

Autor: Dr. med. Dr. rer. nat. Marco Moschini, Assistenzarzt Luzerner Kantonsspital

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