Fachverlag und Nachrichtenagentur

Kosten-Nutzen-Analyse der Adhärenz zur Glaukommedikation

 

GLAUCOMA Ann Arbor – mechentel news – Die Mehrheit der Glaukompatienten nimmt ihre Medikamente nicht wie verordnet ein. Schätzungen zum Kosten-Nutzen-Wert der Adhärenz gegenüber der verschriebenen Glaukommedikation sind von entscheidender Bedeutung für die Umsetzung potenziell wirksamer Interventionen. Paula A. Newmann-Casey et al. aus dem Department of Ophthalmology and Visual Sciences der University of Michigan in Ann Arbor im Bundesstaat Michigan, USA, führten eine Kosten-Nutzen-Analyse unter Verwendung von Monte-Carlo-Mikrosimulationen mit einer Reihe von Markov-Zyklen (10.000 Iterationen pro Strategie) durch. Als Studiengruppe wählten sie Patienten mit Glaukom im Alter von ≥ 40 Jahren mit vollem Lebenshorizont (bis zu 60 Jahren). Die Analyse schätzte den Glaukomverlauf auf der Grundlage von Daten aus der United Kingdom Glaucoma Treatment Study. Teilnehmer mit Glaukomerkrankung traten im Alter von 40 Jahren mit einer mittleren Abweichung im besser sehenden Auge von -1,4 ± -1,9 Dezibel (dB) und -4,3 ± -3,4 dB im schlechter sehenden Auge in das Modell ein. Teilnehmer, deren Glaukom sich von Jahr zu Jahr verschlechterte, erlitten einen Verlust von -0,8 dB gegenüber -0,1 dB bei stabil bleibenden Teilnehmern. Daten aus dem Glaucoma Laser Trial und den Tube versus Trabeculectomy Studies wurden verwendet, um die Wahrscheinlichkeiten für eine Verschlechterung der Erkrankung bei den behandelten Patienten zu bestimmen. Schätzdaten zur Häufigkeit der Adhärenz gegenüber den Glaukommedikamenten über einen Zeitraum von 4 Jahren wurden verwendet, um die Wahrscheinlichkeit der Adhärenz zu bestimmen. Bei Patienten mit geringer Adhärenz wurden ähnliche Ergebnisse wie im Placebo-Arm klinischer Studien modelliert. Wenn sich die durchschnittliche Normabweichung der Patienten verstärkte, bewegten sie sich zwischen Gesundheitszuständen von leicht (≥ 6 dB) über mittelschwer (<-6 bis ≥ 12 dB) zu schwerem Glaukom (<-12 bis ≥ 23 dB) und einseitiger ( <-20 dB) und bilateraler Erblindung. In jedem Gesundheitszustand lösten die Patienten die Kosten für die Therapie und die Gesundheitseinrichtungen aus; letztendlich wurden die gesellschaftlichen Kosten für Sehbehinderung und Blindheit einbezogen. Hauptzielparameter war das kosten- und qualitätsbereinigte Lebensjahr (QALY) der Adhärenz gegenüber der Glaukommedikation. Beginnend mit einer ersten Glaukomdiagnose im Alter von 40 Jahren erblindeten die Patienten bereits nach 19 Jahren bei Personen ohne Adhärenz und nach 23 Jahren bei Personen mit Adhärenz. Die Gesamtkosten für die Gesundheitsfürsorge für adhärente Patienten betrugen durchschnittlich 62.782 USD und für nicht-adhärente Patienten durchschnittlich 52.722 USD. Nicht-adhärente Patienten wiesen einen durchschnittlichen Verlust von 0,34 QALYs auf, was zu einem Kosten-Nutzen-Verhältnis von 29.600 USD pro gewonnenem QALY führte. Die Schlussfolgerung der Autoren in der elektronischen Vorabpublikation im Oktober 2019 beim Fachjournal OPHTHALMOLOGY lautet: Bei einer konservativen Bereitschaft zur Zahlung von 50.000 USD/QALY besteht die Möglichkeit, die Dienstleistungen auszuweiten, um die Patientenadhärenz zu verbessern. (bs)

Autoren: Newman-Casey PA, Salman M, Lee PP, Gatwood JD. Korrespondenz: Paula Anne Newman-Casey, MD, MS, University of Michigan, Kellogg Eye Center, 1000 Wall Street, Ann Arbor, MI 48105, USA. E-Mail: panewman@med.umich.edu Studie: Cost-Utility Analysis of Glaucoma Medication Adherence. Quelle: Ophthalmology. 2019 Oct 10. pii: S0161-6420(19)32113-X. doi: 10.1016/j.ophtha.2019.09.041. [Epub ahead of print] Web: https://www.aaojournal.org/article/S0161-6420(19)32113-X/abstract

© 2019 -  mechentel medizin
Fachverlag und Nachrichtenagentur