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Fachverlag und Nachrichtenagentur

Das Auge des Endourologen: Welche Risiken gibt es? Ein Rückblick der Literatur

 

ENDOUROLOGY Paris/Zürich – mechentel news – Bei endourologischen Eingriffen ist das Auge des Operateurs verschiedenen Gefahren ausgesetzt. Dazu zählen der Kontakt mit Körperflüssigkeiten, Spüllösungen, Laserverletzungen und die Absorption von Röntgenstrahlung. Die daraus resultierenden potenziellen Verletzungen und Schäden wurden bisher nicht gezielt überprüft. Das Ziel dieses Literatur-Reviews (Medline-Datenbank) von Steeve Doizi und Kollegen aus der urologischen Abteilung des Tenon-Krankenhauses der Sorbonner Universität in Paris, Frankreich,m war es, diese Risiken einzuschätzen. 23 Publikationen wurden in diese Analyse einbezogen. Die Häufigkeit von Augenkontakt mit Körperflüssigkeiten des Patienten oder Spüllösungen bei endoskopischen Eingriffen lagen zwischen 37,50 und 100%. Die jeweiligen Studien haben dabei Hilfsmittel wie Sodium-Fluorescein in der Spüllösung verwendet, postoperativ ein Foto des Chirurgen gemacht oder Schutzbrillen untersucht. Laser-induzierte Augenverletzungen wurden berichtet bei 37,9% aller unerwünschten Ereignisse im Zusammenhang mit dem Einsatz des Lasers in der Urologie. Die Daten hierbei stützen sich jedoch nur auf eine Studie. Eine andere Tierversuchsstudie mit Schweinen hat untersucht, ab welchem Abstand histopathologisch keine Schäden an der Kornea zu erwarten sind – dieser liegt bei 5 cm. Die Forscher erläutern in der Februar-Ausgabe der Fachzeitschrift WORLD OF UROLOGY, dass die Strahlendosis der Augenlinse von 0,04 bis 1600 μSv pro Eingriff reichte. (cw/um)

Autoren: Doizi S1,2, Audouin M1,2, Villa L1,2, Rodríguez-Monsalve Herrero M1,2, De Coninck V1,2, Keller EX1,2, Traxer O3,4., Korrespondenz: 1 Service d‘Urologie, Assistance-Publique Hôpitaux de Paris, Hôpital Tenon, Sorbonne Université, 4 rue de la Chine, 75020, Paris, France., 2 GRC n°20, Groupe de Recherche Clinique sur la Lithiase Urinaire, Hôpital Tenon, Sorbonne Université, 75020, Paris, France., 3 Service d‘Urologie, Assistance-Publique Hôpitaux de Paris, Hôpital Tenon, Sorbonne Université, 4 rue de la Chine, 75020, Paris, France. , olivier.traxer@aphp.fr. 4 GRC n°20, Groupe de Recherche Clinique sur la Lithiase Urinaire, Hôpital Tenon, Sorbonne Université, 75020, Paris, France. olivier.traxer@aphp.fr., Studie: The eye of the endourologist: what are the risks? A review of the literature., Quelle: World J Urol. 2019 Dec;37(12):2639-2647. doi: 10.1007/s00345-019-02667-0. Epub 2019 Feb 8., Web: https://link.springer.com/article/10.1007%2Fs00345-019-02667-0

Kommentar Diese Studie sollte ein Anstoss für endourologisch tätige Ärzte sein. Das Auge ist unabhängig von der Dauer und Komplexität des Eingriffes Gefahren ausgesetzt, die über die der anerkannten Strahlenbelastung hinausgehen kann. Eine Schutzbrille, die vor Flüssigkeit, Laser- und Röntgenstrahlung schützen kann sollte dem Urologen zur Verfügung stehen. (cw)

Autor: Dr. med. univ. Christoph Würnschimmel, Assistenzarzt Luzerner Kantonsspital