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Prädiktive Faktoren für die Remission einer chronischen Uveitis anterior

 

UVEITIS Boston – mechentel news – An der Augenklinik der Harvard Medical School in Boston, Massachusetts, in den Vereinigten Staaten gingen Lucia Sobrin zusammen mit zahlreichen Forschern aus den USA, Indien, Thailand und Äthiopien der Frage nach, wie hoch die Inzidenz der medikamentenfreien Remission einer chronischen Uveitis anterior ist und welche Prädiktoren dafür zu identifizieren sind. In einer retrospektiven Kohortenstudie wurden dazu Patienten, bei denen eine Uveitis anterior über einen Zeitraum von mehr als 3 Monaten diagnostiziert worden war, in tertiären Einrichtungen zur Behandlung der Uveitis in den USA nachuntersucht. Die Schätzung der Remissionsinzidenz und die Identifizierung der assoziierten Prädiktoren wurde unter Anwendung einer Überlebensanalyse ausgewertet. Hauptzielparameter war dabei die Inzidenz einer medikamentenfreien Remission. Für die primäre Analyse wurde Remission als inaktive Uveitis definiert, bei der bei allen Kontrolluntersuchungen über einen Zeitraum von mindestens 90 Tagen keine Behandlung erfolgte oder Fälle, bei denen die Patienten sich nach dem Zeitraum von 90 Tagen nicht wieder zur Follow-Up-Untersuchung vorstellten, inaktiv blieben und bei den letzten Besuchen keinerlei suppressive Medikation erhalten hatten. Die Assoziation von Faktoren, die möglicherweise eine medikamentenfreie Remission vorhersagen, wurde ebenfalls untersucht. Insgesamt wurden 2.795 Augen von 1.634 Patienten mit chronischer Uveitis anterior über 7.936 Augenjahre (4.676 Personenjahre) nachuntersucht. Die kumulative medikamentenfreie Remissionsinzidenz im Personenjahr innerhalb von 5 Jahren betrug 32,7%. Zu den klinischen Grundfaktoren, die eine verringerte Remissionsinzidenz vorhersagen, gehörten eine längere Uveitisdauer bei der Präsentation (2 bis 5 Jahre gegenüber weniger als 6 Monaten (adjustierte Hazard Ratio [aHR] 0,61), bilaterale Uveitis (aHR 0,75), vorherige Kataraktoperation (aHR 0,70) und Glaukomoperation (aHR 0,63). Zwei im Zeitverlauf beobachtete Charakteristika wiesen ebenfalls auf eine verringerte Remissionsinzidenz hin: keratische Niederschläge (aHR 0,36) und Synechien (aHR 0,62). Die systemische Diagnose einer juvenilen idiopathischen Arthritis und Spondyloarthropathie war ebenfalls mit einer verringerten Remissionsinzidenz assoziiert. Hingegen war ein höheres Alter bei der Erstvorstellung mit einer höheren Remissionsinzidenz verbunden (für ein Alter von ≥40 Jahren gegenüber <40 Jahren: aHR 1,29). In der elektronischen Vorab-Publikation im November 2019 bei der Fachzeitschrift OPHTHALMOLOGY fassen die Autoren ihre Ergebnisse wie folgt zusammen: Ungefähr ein Drittel der Patienten mit chronischer Uveitis anterior erreicht eine Remission innerhalb von 5 Jahren. Dabei sprechen eine längere Dauer der Uveitis, jüngeres Alter, bilaterale Uveitis, vorherige Katarakt- oder Glaukomoperation, das Vorhandensein von keratischen Niederschlägen und Synechien sowie die systemische Diagnose einer juvenilen idiopathischen Arthritis und Spondyloarthropathie für eine verringerte Remissionsinzidenz. Patienten mit diesen Faktoren sollten unter Berücksichtigung der höheren Wahrscheinlichkeit eines längeren Krankheitsverlaufs therapiert werden. (bs)

Autoren: Sobrin L, Pistilli M, Dreger K, Kothari S, Khachatryan N, Artornsombudh P, Pujari ss, Foster CS, Jabs DA, Nussenblatt RB, Rosenbaum JT, Levy-Clarke GA, Sen HN, Suhler EB, Thorne JE, Bhatt NP, Kempen JH; Systemic Immunosuppressive Therapy for Eye Diseases Cohort Study Research Group. Korrespondenz: Lucia Sobrin, MD, MPH, Department of Ophthalmology, Massachusetts Eye and Ear Infirmary, 243 Charles Street, Boston, MA 02114, USA. E-Mail: Lucia_Sobrin@meei.harvard.edu Studie: Factors Predictive of Remission of Chronic Anterior Uveitis. Quelle: Ophthalmology. 2019 Nov 28. pii: S0161-6420(19)32301-2. doi: 10.1016/j.ophtha.2019.11.020. [Epub ahead of print] Web: https://www.aaojournal.org/article/S0161-6420(19)32301-2/abstract

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