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Retentionsrate und Gründe für das Absetzen einer Adalimumab-Therapie bei Uveitis

 

UVEITIS Barcelona – mechentel news – Spanische Forscher um Victor Llorenç aus der Augenklinik am Clínic Hospital of Barcelona untersuchten die Arzneimittelretentionsrate sowie die Gründe und Prädiktoren für das Absetzen von Adalimumab (ADA) in realen klinischen Uveitis-Settings. An der landesweiten, multizentrischen, registrierungsbasierten und ambispektiven Beobachtungsstudie nahmen Patienten teil, die von November 2016 bis November 2017 mit ADA wegen nichtinfektiöser Uveitis (NIU) therapiert und im spanischen Register Biotherapien gegen Uveitis (BioÚvea) geführt wurden. Erhoben wurden demografische und klinische Daten sowie Zeitpunkt und Gründe für den Abbruch der Therapie, falls ein solcher erfolgte. Die Retentionszeit wurden unter Verwendung der Kaplan-Meier-Methode geschätzt. Das mediane Follow-up wurde mit Reverse Kaplan-Meier analysiert. Für die Vergleiche wurde der Log-Rank-Test genutzt. Ein Cox-Proportional-Hazards-Modell (PHM) und das Propensity-Score-Matching wurden verwendet, um Prädiktoren für das Absetzen aufgrund von Ineffizienz und unerwünschten Ereignissen zu identifizieren. Hauptzielparameter waren die Retentionsrate und -zeit. Insgesamt wurden 392 Patienten analysiert, darunter 218 Frauen. Das Durchschnittsalter betrug 39 Jahre. Bei 242 Patienten wurde eine nicht-anteriore Uveitis festgestellt. Das mediane Follow-up betrug 49,07 Monate, die mediane Retentionszeit (Überleben) lag bei 69,3 Monate und 14 Patienten gingen für das Follow-up verloren. Die Retentionsrate nach 6, 12, 24 und 60 Monaten betrug 92,97%, 87,68%, 76,31% bzw. 54,28%. Adalimumab wurde bei 151 Patienten abgesetzt. Das Absetzen war auf einen Mangel oder Verlust der Wirksamkeit bei 74 Patienten, ein unerwünschtes Ereignis bei 34 Patienten und eine anhaltende Remission bei 25 Patienten zurückzuführen. Zu den aufgezeichneten unerwünschten Ereignissen gehörten Infektionen bei 10 Patienten und maligne Neoplasien bei 3 Patienten. 251 Patienten erhielten gleichzeitig eine klassische immunmodulatorische Therapie (IMT). Es fand sich kein Unterschied in der Retentionszeit hinsichtlich der Anwendung einer gleichzeitigen IMT. Bei 76 Patienten wurde Adalimumab als zweite oder höhere Biotherapielinie verschrieben, diese Patienten zeigten eine kürzere Retentionszeit (p = 0,038). Ein Start mit ADA bei nicht-biotherapie-naiven Patienten war ein Prädiktor für das „Absetzen aufgrund von Ineffizienz“, während die undifferenzierte Uveitis ein Prädiktor für das „Absetzen aufgrund eines unerwünschten Ereignisses“ war. Die Arzneimittelretentionszeit war signifikant kürzer, wenn die Anwendung ausgesetzt oder intensiviert wurde, hauptsächlich aufgrund des Absetzens bei anhaltender Ruhe im Krankheitsverlauf. Die Autoren kommen in der Juni-Ausgabe 2020 des Fachjournals OPHTHALMOLOGY zu dem Ergebnis, dass die Arzneimittelretentionsrate von ADA bei Uveitis bei einem guten Sicherheitsprofil nach 60 Monaten bei 54,28% lag. Die Anwendung einer gleichzeitigen IMT zeigte keinen signifikanten Einfluss auf die Retentionszeit. Die Verwendung von ADA als zweite oder weitere Biotherapie könnte ein Prädiktor für das Absetzen aufgrund von Ineffizienz sein. Eine undifferenzierte Uveitis kann eher zu einem vorzeitigen Absetzen der ADA aufgrund unerwünschter Ereignisse führen. (bs)

Autoren: Llorenç V, Cordero-Coma M, Blanco-Esteban A, et al. Korrespondenz: Victor Llorenç, MD, PhD, Clínic Institute of Ophthalmology (ICOF), ClínicHospital of Barcelona, C/ Sabino de Arana, 1, 2nd Floor (Hospital Casa deMaternitat), PC 08028-Barcelona, Spain. E-Mail: Llorens.victor@gmail.com Studie: Drug Retention Rate and Causes of Discontinuation of Adalimumab in Uveitis: Real-World Data From the Biotherapies in Uveitis (BioÚvea) Study Group. Quelle: Ophthalmology 2020 Jun;127(6):814-825. doi: 10.1016/j.ophtha.2019.11.024. Web: https://www.aaojournal.org/article/S0161-6420(19)32307-3/pdf

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