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Leitlinien der Vision Academy zu intravitrealen Injektionen während der COVID-19-Pandemie

 

MEDICAL RETINA Bordeaux – mechentel news – Es ist dringend erforderlich, zu klären, wie Patienten mit Netzhauterkrankungen, die während der anhaltenden globalen COVID-19-Pandemie intravitreale Injektionen von Therapeutika gegen den vaskulären endothelialen Wachstumsfaktor erhalten, bestmöglich ophthalmologisch versorgt werden können. Jean-François Korobelnik vom Service d’ophtalmologie der CHU Bordeaux, Frankreich, und ein internationales Team von Ko-Autoren möchten mit dem Artikel Augenärzten Anleitungen zur bestmöglichen Versorgung von Patienten bei gleichzeitiger Minimierung des Infektionsrisikos geben. Der Lenkungsausschuss der Vision Academy aus internationalen Experten für Netzhauterkrankungen trat zusammen, um wichtige Überlegungen zur Behandlung von Patienten mit Netzhauterkrankungen während der COVID-19-Pandemie zu erörtern. Nach Durchsicht der vorhandenen Literatur zu diesem Thema legten die Mitglieder Empfehlungen vor, die systematisch verfeinert und zur Entwicklung dieser Leitlinien abgestimmt wurden. Die Überlegungen konzentrieren sich auf die Umsetzung von Schritten zur Minimierung der Exposition von Patienten und medizinischem Personal gegenüber COVID-19. Dazu gehören die Verwendung persönlicher Schutzausrüstung, die Einhaltung sorgfältiger Hygiene- und Desinfektionsprotokolle, das Vorscreening zur Identifizierung symptomatischer Patienten und die Reduzierung der Anzahl der Personen in Wartezimmern. Weitere wichtige Massnahmen sind die Untersuchung von Patienten, um diejenigen zu identifizieren, bei denen das grösste Risiko eines irreversiblen Sehverlusts besteht, und die Priorisierung von Behandlungsterminen gegenüber Terminen zur Überwachung, sofern dies möglich ist. Um die Exposition des Patienten zu begrenzen, sollten Augenärzte keine Behandlungsschemata anwenden, die häufig überwacht werden müssen. Die Experten kommen in der Juni-Ausgabe 2020 von GRAEFE’S ARCHIVE FOR CLINICAL AND EXPERIMENTAL OPHTHALMOLOGY zu dem Fazit, dass die Behandlung von Patienten mit Netzhauterkrankungen, die während der COVID-19-Pandemie intravitreale Injektionen erhalten, eine Anpassung der regulären klinischen Praxis erfordert, um das Expositionsrisiko von Patienten und medizinischem Personal zu minimieren und diejenigen mit dem grössten medizinischen Bedarf zu priorisieren. Die Sicherheit von Patienten und medizinischem Personal sollte bei allen Entscheidungen grösste Bedeutung haben. (bs)

Autoren: Korobelnik JF, Loewenstein A, Eldem B, et al. Korrespondenz: Jean-François Korobelnik, Inserm, Bordeaux Population Health Research Center, team LEHA, Université de Bordeaux, UMR 1219, F-33000, Bordeaux, France. E-Mail: jean-francois.korobelnik@chu-bordeaux.fr Studie: Guidance for anti-VEGF intravitreal injections during the COVID-19 pandemic. Quelle: Graefes Arch Clin Exp Ophthalmol. 2020;258(6):1149-1156. doi:10.1007/s00417-020-04703-x Web: https://link.springer.com/article/10.1007%2Fs00417-020-04703-x

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