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Cannabis und männliche Fortpflanzungsfähigkeit: Ein systematischer Rückblick

 

UROLOGY Houston – Dieses systematische Review hat Cannabis-Konsum und den Zusammenhang mit der männlichen Fertilität untersucht. Hierbei wurden Pubmed und Medline durchsucht und relevante Studien identifiziert. In Mikroskopie-Studien zeigte sich, dass Cannabis-Konsum zu einer erniedrigten Anzahl von Spermien führt und deren Motilität und Vitalität beeinflusst. Weiters wurden Abnormalitäten in der Spermienmorphologie gezeigt. In weiteren Tierstudien wurde gezeigt, dass Cannabis-Konsum mit einer Hodenatrophie, verringerter Libido und Sexualfunktion vergesellschaftet zu sein scheint – so das Autorenteam um Kelly Payne vom Baylor College of Medicine (KSP) in Houston, Texas (US) Humanstudien existieren diesbezüglich nicht. Diverse Studien, die den Einfluss auf das Hormon-Niveau untersuchten, haben unterschiedliche und nicht konklusive Ergebnisse hinsichtlich der Testosteron-Levels gefunden, sehr wohl aber Einflüsse hinsichtlich niedrigerem Luteinisierenden Hormon und gleichbleibendem Follikel-stimulierendem Hormon. Die Ergebnisse des Review wurden im Oktober 2019 im THE JOURNAL OF UROLOGY publiziert. (cw/eh)

Autoren: Kelly S. Payne 1, Daniel J. Mazur 2, James M. Hotaling 3 and Alexander W. Pastuszak 3 *, Korrespondenz: 1 Baylor College of Medicine (KSP), Houston, Texas, 2 Urology Associates (DJM), Englewood, Colorado, 3 Division of Urology, Department of Surgery, University of Utah School of Medicine (JMH, AWP), Salt Lake City, Utah, * Alexander W. Pastuszak, Division of Urology, Department of Surgery, University of Utah School of Medicine, 30 North 1900 East, Room 3B420, Salt Lake City, Utah 84132, E-mail Address: alexander.pastuszak@hsc.utah.edu, Studie: Cannabis and Male Fertility: A Systematic Review, Quelle: THE JOURNAL OF UROLOGY, Vol. 202, 674-681, October 2019, https://doi.org/10.1097/JU.0000000000000248, Web: https://www.auajournals.org/doi/10.1097/JU.0000000000000248

Kommentar

Die aktuelle Forschungslage zeigt noch nicht vollends schlüssige Hinweise auf den Einfluss von Cannabis auf die männliche Fertilität – sehr wahrscheinlich ist jedoch von einem negativen Effekt auszugehen. Insbesonders bei unerfülltem Kinderwunsch sollte daher die Frage nach Drogenkonsum einen nicht zu unterschätzenden Faktor darstellen. Ebenso sollte bei der Verschreibung von medizinischem Marihuana diese möglichen Nebenwirkungen den Patienten genannt werden. (cw/eh)

Autor: Dr. med. univ. Christoph Würnschimmel, Assistenzarzt Luzerner Kantonsspital

 

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