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Review und Meta-Analyse zu prodromalen und klinischen Augensymptomen bei COVID-19

COVID Tokyo – mechentel news – Ein japanisch/us-amerikanisches Autorenteam um Takenori Inomata aus der Augenklinik der Juntendo University Faculty of Medicine in Tokyo, Japan, führte eine systematische Auswertung durch, um die derzeit gemeldeten klinischen und prodromalen Augensymptome bei Patienten mit einer Erkrankung durch SARS-CoV-2 (COVID-19) zu bestimmen. Dazu wurde in PubMed und EMBASE eine Online-Artikelsuche durchgeführt. Insgesamt wurden 15 Studien (retrospektive, prospektive oder Fallstudien) mit 1.533 Patienten mit COVID-19 identifiziert, die über Augensymptome berichteten und über verfügbare Ergebnisdaten verfügten. Die Richtlinien für „Preferred Reporting Items for Systematic Reviews and Meta-Analyses“ wurden befolgt. Studienspezifische Schätzungen (Inzidenzraten von Augensymptomen bei Patienten mit COVID-19) anhand der Studienfälle wurden unter Verwendung einer Ein-Gruppen-Metaanalyse in einem Zufallseffektmodell kombiniert. Von allen eingeschlossenen Studien berichteten 11,2% über Augensymptome, wobei der häufigste Augenbefund eine Konjunktivitis war. Prodromale Augensymptome traten bei 12,5% der Patienten mit COVID-19 auf. Positive Ergebnisse der Echtzeit-PCR (Polymerase-Kettenreaktion) wurden für 16,7% der Bindehautabstriche und 0% der Tränenproben erhalten. Zwölf Bindehautabstriche wurden positiv auf SARS-CoV-2 getestet; davon stammten zehn Fälle von Probanden mit Augensymptomen und die verbleibenden zwei Fälle von Probanden ohne Augenmanifestation. Zu den Einschränkungen der Arbeit gehörten der kurze Untersuchungszeitraum, die geringe Stichprobengrösse, die Beschränktheit der Ergebnisse auf die asiatische Bevölkerung, die Anzahl von nur sieben Artikeln mit Details zur ophthalmologischen Untersuchung und der derzeit fehlende Konsens über das COVID-19-Management. Die Autoren kommen in ihrer Veröffentlichung im August 2020 beim Fachjournal INVESTIGATIVE OPHTHALMOLOLGY & VISUAL SCIENCE zu dem Ergebnis, dass Augensymptome in der präsymptomatischen Phase als prodromales Symptom auftreten (12,5%) auftreten können, was auf die Möglichkeit einer Virusübertragung von der Bindehaut hinweise.(bs)

Autoren: Inomata T, Kitazawa K, Kuno T, Sung J, Nakamura M, Iwagami M, Takagi H, Midorikawa-Inomata A, Zhu J, Fujimoto K, Okumura Y, Miura M, Fujio K, Hirosawa K, Akasaki Y, Kuwahara M, Dana R, Murakami A. Korrespondenz: Takenori Inomata, Department of Ophthalmology, Juntendo University Faculty of Medicine, 3-1-3 Hongo, Bunkyo-ku, Tokyo 113-0033, Japan. E-Mail: tinoma@juntendo.ac.jp Studie: Clinical and Prodromal Ocular Symptoms in Coronavirus Disease: A Systematic Review and Meta-Analysis. Quelle: Invest Ophthalmol Vis Sci. 2020 Aug 3;61(10):29. doi: 10.1167/iovs.61.10.29. PMID: 32797198; PMCID: PMC7441339. Web: https://iovs.arvojournals.org/article.aspx?articleid=2770655

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