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Gezielte und systematische kognitive, freihändig geführte transperineale Biopsie: spielt die systematische Biopsie noch eine Rolle?

PROSTATE CANCER London Das Team um Anoushka Neale aus dem Department of Urology des Guy’s and Saint Thomas‘ NHS Foundation Trust in London, Vereinigtes Königreich stellt das Konzept der Fusion aus gezielter und systematischer Biopsie im Rahmen einer transperinealen Prostatabiopsie in Frage und prüft ob eine gezielte transperineale Biopsie für die Detektion klinisch signifikanter Tumore ausreichend ist. Dafür wurden Biopsieergebnisse von 282 Patienten untersucht, die in einer einzigen Institution eine transperinale Biopsie sowohl gezielt (kognitive MRT-Fusionsbiopsie) und systematisch erhielten. 82% der Patienten waren dabei Primärbiopsien. Unter allen Patienten wurden bei 69% ein klinisch signifikanter Tumor identifiziert. Die Forscher stellen in der August-Ausgabe des Fachjournals BJU INTENATIOBAL fest, dass von diesen die gezielte Biopsie alleine bereits bei 88% der Patienten den Tumor getroffen hat. Je nach Ergebnis des MRT war die Rate an durch die gezielte Biopsie getroffenen Tumoren ungleich höher: bei LIKERT 3 wurden nur 73% gefunden, während bei LIKERT 5 100% gefunden wurden. (cw/um)

Autoren:Anoushka Neale 1, Luke Stroman 1, Francesca Kum 1 2, Dost Jabarkhyl 2, Antonina Di Benedetto 1, Nicholas Mehan 1, Jonah Rusere 1, Ashish Chandra 3, Ben Challacombe 1 2, Paul Cathcart 1, Prokar Dasgupta 1 2, Oussama Elhage 1 2, Rick Popert 1, Korrespondenz: 1 Department of Urology, Guy’s and Saint Thomas‘ NHS Foundation Trust, London, UK., 2 King’s College London, Medical School, London, UK., 3 Department of Histopathology, Guy’s and Saint Thomas‘ NHS Foundation Trust, London, UK., Studie: Targeted and systematic cognitive freehand-guided transperineal biopsy: is there still a role for systematic biopsy?, Quelle: BJU Int. 2020 Aug;126(2):280-285.doi:10.1111/bju.15092. Epub 2020 May 19., Web: https://bjui-journals.onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/bju.15092

Kommentar

Ähnlich zu der bekannten „PRECISION“ Studie (Kasivisvanathan et al, N Engl J Med 2018; 378:1767-1777) haben die Autoren die beeindruckende Effektivität gezielter Biopsien bei eindeutig MRT-positiven Herden demonstriert. Nichtdestotrotz bleibt ein nicht unwesentlicher Anteil an Patienten mit nicht getroffenen Läsionen, je uneindeutiger das MRT ist. Insbesondere im Rahmen der transperinealen Biopsie, bei der bekanntermaßen das Risiko einer postbioptischen Infektion ohnehin wesentlich geringer ist, sollte daher bei unklaren MRT- Ergebnissen (sofern die Biopsie in diesem Fall überhaupt zwingend indiziert ist) besser noch eine systematische Biopsie angehängt werden um das Restrisiko zu minimieren. (cw)

Autor: Dr. med. univ. Christoph Würnschimmel, Assistenzarzt Luzerner Kantonsspital

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