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Unterschiedliche Auswirkungen von GnRH-Antagonisten versus GnRH-Agonisten auf die klinische Sicherheit und die onkologischen Ergebnisse bei Patienten mit metastasierendem Prostatakrebs: Eine Metaanalyse von randomisierten kontrollierten Studien

PROSTATE CANCER Wien Ungefähr 1,3 Millionen neue Fälle von Prostatakrebs treten weltweit jedes Jahr auf, und 360.000 Patienten sterben aufgrund der Krankheit. Die Androgendeprivation ist die Hauptbehandlungsmethode für Patienten mit metastasiertem Prostatakrebs. Gonadotropin-Releasing-Hormon-Antagonisten bewirken eine rasche Absenkung des Testosterons ohne einen anfänglichen Anstieg des Gonadotropin- und Testosteronspiegels, während Gonadotropin-Releasing-Hormon-Agonisten einen vorübergehenden Anstieg („flare-up“) des Testosteronspiegels verursachen können, was zu Nebenwirkungen führen kann. Nach wie vor gibt es keine belastbaren Beweise für den klinischen Nutzen einer schnellen Testosteronunterdrückung. In dieser Metaanalyse hat das Autorenream um Mohammad Abufaraj (Universitätsklinik für Urologie an der Medizinischen Universität Wien, Österreich) alle randomisierten Studien eingeschlossen, in denen die klinische Sicherheit und die onkologischen Ergebnisse von GnRH-Agonisten und -Antagonisten verglichen wurden. Die interessanten Endpunkte waren die folgenden: 1. Behandlungsbedingte Nebenwirkungen 2. Prostataspezifisches Antigen-Progression und 3. Gesamtmortalität. Insgesamt wurden 8 Studien mit 2632 Patienten eingeschlossen. Davon erhielten 1646 Patienten GnRH-Antagonisten und 986 Patienten bekamen GnRH-Agonisten. Nebenwirkungen wurden bei 73% der mit Antagonisten behandelten Patienten und bei 68% der Patienten aus der Agonistengruppe festgestellt. Schwerwiegende Nebenwirkungen wurden bei 9,8% der Patienten in der Antagonisten- und 11% der Patienten in der Agonistengruppe festgestellt. Antagonisten waren mit höheren Reaktionsraten an der Injektionsstelle (38% gegenüber 4,8%) assoziiert als Agonisten und hatten weniger kardiovaskuläre Wirkungen (Risk Ratio: 0.52). Es wurden keine Unterschiede in der PSA-Progression gefunden, aber die Antagonisten waren im Vergleich zu den Agonisten mit einer niedrigeren Gesamtmortalität assoziiert. Die Ergebnisse der Studie wurden in der Online-Ausgabe der „European Urology“ im Juni 2020 vorveröffentlicht. (mm/eh)

Autoren: Mohammad Abufaraj 1, Takehiro Iwata 2, Shoji Kimura 3, Anoud Haddad 4, Hashim Al-Ani 4, Lana Abusubaih 4, Marco Moschini 5, Alberto Briganti 6, Pierre I Karakiewicz 7, Shahrokh F Shariat 8, Korrespondenz: 1 Department of Special Surgery, Jordan University Hospital, The University of Jordan, Amman, Jordan; The National Center for Diabetes, Endocrinology and Genetics, The University of Jordan, Amman, Jordan; Department of Urology, Medical University of Vienna, Vienna, Austria. 2 Department of Urology, Medical University of Vienna, Vienna, Austria; Department of Urology, Okayama University Graduate School of Medicine, Dentistry and Pharmaceutical Sciences, Okayama, Japan. 3 Department of Urology, Medical University of Vienna, Vienna, Austria; Department of Urology, Jikei University School of Medicine, Tokyo, Japan. 4 Department of Special Surgery, Jordan University Hospital, The University of Jordan, Amman, Jordan. 5 Department of Urology, Medical University of Vienna, Vienna, Austria; Klinik für Urologie, Luzerner Kantonsspital, Lucerne, Switzerland. 6 Division of Oncology, Unit of Urology, Urological Research Institute, IRCCS Ospedale San Raffaele, Milan, Italy. 7 Division of Urology, University of Montreal Hospital Center, Montreal, Canada. 8 Department of Special Surgery, Jordan University Hospital, The University of Jordan, Amman, Jordan; Department of Urology, Medical University of Vienna, Vienna, Austria; Department of Urology, Weill Cornell Medical College, New York, NY, USA; Department of Urology, University of Texas Southwestern Medical Center, Dallas, TX, USA; Karl Landsteiner Institute of Urology and Andrology, Vienna, Austria; Institute for Urology and Reproductive Health, Sechenov University, Moscow, Russia. Electronic address: shahrokh.shariat@meduniwien.ac.at., Studie: Differential Impact of Gonadotropin-releasing Hormone Antagonist Versus Agonist on Clinical Safety and Oncologic Outcomes on Patients with Metastatic Prostate Cancer: A Meta-analysis of Randomized Controlled Trials., Quelle: Eur Urol . 2020 Jun 27;S0302-2838(20)30429-2. doi: 10.1016/j.eururo.2020.06.002. Online ahead of print., Web: https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0302283820304292?via%3Dihub

Kommentar

In dieser Metaanalyse, die alle existierenden Studien zu diesem Thema einbezog, fanden die Autoren heraus, dass GNRH-Antagonisten im Vergleich zu Agonisten mit einer geringeren Gesamtmortalität und weniger kardiovaskulären Ereignissen verbunden waren. Andererseits wurde ähnliche Nebenwirkungen gemeldet, wobei Patienten, die mit dem GnRH-Antagonisten behandelt wurden, ein erhöhtes Risiko einer Reaktion an der Injektionsstelle hatten. (mm/eh)

Autor: Dr. med. Dr. rer. nat. Marco Moschini, Assistenzarzt Luzerner Kantonsspital

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