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Zusammenhang zwischen Rauchbelastung, Reaktion auf neoadjuvante Chemotherapie und Überlebensergebnissen nach radikaler Zystektomie

BLADDER CANCER Los Angeles Dieses systematische Review über verfügbare Artikel zum Thema „Therapieansprechen, Rezidiv/Progress und Überleben“ nach radikaler Zystektomie hat insgesamt 17 Studien identifiziert, die spezifisch den Einfluss von Zigarettenrauchen auf das Überleben untersucht haben. In einer gepoolten Meta-Analyse über schliesslich 13,777 Patienten nach radikaler Zystektomie aufgrund eines Blasenkarzinoms zeigte sich, dass aktive Raucher ein erhöhtes „overall“ Risiko haben, zu sterben (HR 1,21, 95% CI 1,08-136, p=0,001). Darüberhinaus hat das Team um G E Cacciamani aus dem Catherine and Joseph Aresty Department of Urology des USC Institute of Urology an der Keck School of Medicine der University of Southern California in Los Angeles,USA, aufgezeigt, dass sich aber auch ein signifikanter Einfluss auf das krebs-spezifische Überleben demonstrieren liess (HR 1,24, 95% CI 1,13-1,36, p<0,000001) und auch auf die Rezidivwahrscheinlichkeit (1,24, 95% CI 1,12-138, p<0,00001). Ebenso zeigten die Forscher in der Oktober-Ausgabe des Fachmagazins THE JOURNAL OF UROLOGY, dass Nichtraucher, die eine neoadjuvante Chemotherapie vor radikaler Zystektomie erhielten, einen Vorteil gegenüber Rauchern im Sinne eines Therapieansprechens hatten (HR 0,47, 95% CI 0,29-0,75, p=0,001). (cw/um)

Autoren: G E Cacciamani 1, S Ghodoussipour 1, A Mari 2 3, K S Gill 1, M Desai 1, W Artibani 4, P S Gill 5, S F Shariat 2 6 7 8, I S Gill 1, H Djaladat 1; Korrespondenz:1 Catherine and Joseph Aresty Department of Urology, USC Institute of Urology, Keck School of Medicine, University of Southern California, Los Angeles, California., 2 Department of Urology, Careggi Hospital, University of Florence, Florence, Italy., 3 Department of Urology, Comprehensive Cancer Center, Medical University of Vienna, Vienna, Austria., 4 Department of Urology, University of Verona, Verona, Italy., 5 Departments of Medicine and Pathology, Keck School of Medicine, University of Southern California, Los Angeles, California., 6 Department of Urology, Weill Cornell Medical College, New York, New York., 7 Department of Urology, University of Texas Southwestern, Dallas, Texas., 8 Institute for Urology and Reproductive Health, I.M. Sechenov First Moscow State Medical University, Moscow, Russia., Studie: Association between Smoking Exposure, Neoadjuvant Chemotherapy Response and Survival Outcomes following Radical Cystectomy: Systematic Review and Meta-Analysis, Quelle: J Urol. 2020 Oct;204(4):649-660.doi: 10.1097/JU.0000000000000813. Epub 2020 Feb 27., Web: https://www.auajournals.org/doi/10.1097/JU.0000000000000813

Kommentar

Studien zur Assoziation zwischen Zigarettenrauchen und Lang-Zeit Effekten auf das Überleben nach radikaler Zystektomie haben bislang nur sehr unterschiedliche Resultate geliefert. Diese Meta-Analyse zeigt nun eindeutig, dass nicht nur die Inzidenz des Blasenkarzinoms bei Rauchern erhöht ist, sondern auch dass Raucher in jedem Fall ein schlechteres Überleben zu befürchten haben, die auch nach der Zystektomie weiterrauchen. Und dies betrifft nicht nur die „Other-Cause“-Mortalität, die wohl durch die direkten negativen Effekte des Zigarettenrauchens auf den ganzen Körper einfliessen, sondern eben auch die Krebs-spezifische Mortalität. Das Faktum, dass Patienten, die im Rahmen einer neoadjuvanten Chemotherapie einen Nichtraucherstatus haben, auch ein besseres Therapieansprechen haben, sollte behandelnden Urologen die Notwendigkeit aufzeigen, den Patienten zu einem Rauchstopp zu bewegen. (cw)

Autor: Dr. med. univ. Christoph Würnschimmel, Assistenzarzt Luzerner Kantonsspital

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