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Vorpandemische Risiken einer Verlängerung der Behandlungsintervalle bei aktiver nAMD

MEDICAL RETINA Singapur- Während der COVID-19-Pandemie können Ärzte gezwungen sein, die Behandlungsintervalle bei neovaskulärer altersbedingter Makuladegeneration (nAMD) mit häufigen Nachbehandlungen vorübergehend zu verlängern, um die Anzahl der Besuche zu verringern. Um Hinweise zu erhalten, wie dann die Ergebnisse aussehen könnten, haben Kelvin Yi Chong Teo aus dem Singapore Eye Research Institute am Singapore National Eye Centre und Kollegen, unter anderem auch aus Zürich, Augen mit aktiven Läsionen ausgewertet, bei denen es vor der Pandemie zu ungeplanten Verlängerungen der Behandlungsintervalle gekommen war. Dabei verglichen sie Augen mit aktiven Erkrankungen trotz ≤6 wöchentlicher Injektionen, deren nächste Injektion auf ≥7 Wochen verschoben wurde, mit solchen, deren Intervalle nicht verlängert wurden. Insgesamt wurden 1.559 (16%) von 9.602 Augen aus dem „Fight Retinal Blindness!“(FRB!)-Register (2013 und 2018) identifiziert, die diesen Kriterien entsprechen. Die Augen wurden weiter in vier Gruppen unterteilt, je nach dem durchschnittlichen Intervall in den folgenden 6 Monaten: (1) ≤6 Wochen (81%), (2) 7 bis 9 Wochen (9%), (3) 10 bis 12 Wochen (5%) und (4) >12 Wochen (5%). Es zeigte sich ein signifikanter Verlust an Sehschärfe bei Augen, deren Intervalle auf >12 Wochen verlängert waren, im Vergleich zur nicht verlängerten Gruppe (bereinigte VA-Änderung, Mittelwert (95% KI): ≤ 6 Wochen 0,4 gegenüber >12 Wochen -4,7 Buchstaben; p = 0,03) und eine Verdreifachung des relativen Risikos ≥15 Buchstaben zu verlieren (absolutes Risiko 14% gegenüber 4%; p <0,01). Die Autoren fassen in der elektronischen Vorabpublikation im November 2020 beim Fachjournal EYE (LOND) zusammen, dass die mittlere Sehschärfe in Augen, die einer häufigen Therapie bedurften, trotz Verlängerung des Behandlungsintervalls auf bis zu 10 bis 12 Wochen für 6 Monate stabil blieb. Wenn das Behandlungsintervall über 12 Wochen hinaus verlängert wurde, bestand ein erhebliches kurzfristiges Risiko für das Sehvermögen. Daher sollte eine Verlängerung dieses Ausmasses mit Vorsicht in Betracht gezogen werden. Diese Daten könnten für Ärzte nützlich sein, die erwägen, Besuche zu reduzieren, um das Risiko bezüglich COVID-19 zu verringern.(bs)

Autoren: Teo KYC, Nguyen V, Barthelmes D, Arnold JJ, Gillies MC, Cheung CMG. Korrespondenz: Chui Ming Gemmy Cheung, Singapore Eye Research Institute, Singapore National Eye Centre, Singapore, Singapore. E-Mail: gemmy.cheung.c.m@singhealth.com.sg Studie: Extended intervals for wet AMD patients with high retreatment needs: informing the risk during COVID-19, data from real-world evidence. Quelle: Eye (Lond). 2020 Nov 25:1–9. doi: 10.1038/s41433-020-01315-x. Epub ahead of print. PMID: 33239765; PMCID: PMC7688202. Web: https://www.nature.com/articles/s41433-020-01315-x

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