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Assistierte Reproduktionstechnologien und das Risiko angeborener Fehlbildungen des Urogenitaltrakts

REPRODUCTION Chongqing – Durch die Entwicklung von assistierten reproduktiven Verfahren (ART) wie beispielsweise der in vitro, der intrazytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI) oder der Kryokonservierung von Eizellen, Spermien und Embrionen konnten sich sehr viele unfruchtbare Paare doch noch ihren Kinderwunsch erfüllen. In Zusammenhang mit ART kommt jedoch auch immer wieder das Risiko einer Malformation des Urogenitaltraktes zur Sprache. Bis anhin konnte das Risiko dieser Malformationen jedoch nur ungenau beziffert werden und verscheiden Untersuchungen kamen zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen. Um den Zusammenhang zwischen ART und dem Risiko einer Malformation des Urogenitaltraktes, im Besonderen Hypospadie und Kryptorchismus zu untersuchen, haben die Autoren um ZhiCheng Zhang aus dem Chongqing Medical University Affiliated Children’s Hospital, in Chongqing, China, in einer systematischen Review 33 Artikel untersucht. Die analysierten Daten zeigen, dass bei mit Hilfe von ART gezeugten Kindern ein Höheres Risiko für eine Malformation des Urogenitaltraktes besteht (OR =1.61, Hypospadie OR= 1.87, und Krypotorchismus OR = 1.83). Dieses Risiko ist bei Mehrlingsschwangerschaften im Vergleich zu Einlings- Schwangerschaften nach ART zusätzlich erhöht (OR = 1.42, p=0.058). Eine Sensitivitätsanalyse unterstützt die berichteten Resultate und das Risiko eines Publication-bias konnte mit dem Egger’s Test minimiert werden. Weiter scheint das Risiko einer Malformation des Urogenitaltraktes zwischen den untersuchten ART Methoden (IVF versus ICSI) nicht signifikanter unterschiedlich zu sein. Die Auroten schlussfolgern in der November-Ausgabe 2020 der Fachzeitschrift JOURNAL OF PEDIATRIC UROLOGY, dass aufgrund der kleineren Stichproben die verschiedenen ART Methoden jedoch in umfassenderen Studien genauer untersucht werden sollten. Auch sollten weitere Faktoren, wie das Alter der Mutter oder die Dauer der Schwangerschaft, die die Entwicklung von Malformationen des Urogenitaltrakts begünstigen könnten in zukünftigen Studien berücksichtigt werden. Weiter sollten nicht nur fertile und unfruchtbare Paare untersucht werden, sondern auch eine dritte sub-fertile Gruppe als Kontrolle in Betracht gezogen werden. (fa/um)

Autoren: ZhiCheng Zhang 1, Xing Liu 2, Chun Wei 1, Jin Luo 1, Yan Shi 1, Tao Lin 3, DaWei He 3, GuangHui Wei 3, Korrespondenz: 1 Department of Urology, Chongqing Medical University Affiliated Children’s Hospital, Chongqing, 400010, China; Children’s Hospital of Chongqing Medical University, Chongqing, 400010, China., 2 Department of Urology, Chongqing Medical University Affiliated Children’s Hospital, Chongqing, 400010, China; Ministry of Education Key Laboratory of Child Development and Disorders, Chongqing, 400010, China; National Clinical Research Center for Child Health and Disorders, Chongqing, 400010, China; China International Science and Technology Cooperation Base of Child Development and Critical Disorders, Chongqing, 400010, China; Children’s Hospital of Chongqing Medical University, Chongqing, 400010, China; Chongqing Key Laboratory of Pediatrics, Chongqing, 400010, China. Electronic address: dr.liux0217@gmail.com., 3 Department of Urology, Chongqing Medical University Affiliated Children’s Hospital, Chongqing, 400010, China; Ministry of Education Key Laboratory of Child Development and Disorders, Chongqing, 400010, China; National Clinical Research Center for Child Health and Disorders, Chongqing, 400010, China; China International Science and Technology Cooperation Base of Child Development and Critical Disorders, Chongqing, 400010, China; Children’s Hospital of Chongqing Medical University, Chongqing, 400010, China; Chongqing Key Laboratory of Pediatrics, Chongqing, 400010, China. Studie: Assisted reproductive technologies and the risk of congenital urogenital tract malformations: A systematic review and meta-analysis, Quelle: J Pediatr Urol
. 2021 Feb;17(1):9-20.doi: 10.1016/j.jpurol.2020.11.005. Epub 2020 Nov 5., Web: https://linkinghub.elsevier.com/retrieve/pii/S1477-5131(20)30629-X

Kommentar

Bei oben vorgestellter Studie handelt es sich um eine interessante Arbeit, welche in der Fachzeitschrift «Journal of Pediatric Urology» erschienen ist und die aktuell vorhandene Literatur zum Zusammenhang zwischen ART und urogenitalen Fehlbildungen in übersichtlicher Form zusammenfasst. Der Schlussfolgerung der Autoren hinsichtlich Notwendigkeit weiterer Studien ist sich anzuschliessen. (fa)

Autor: Dr. med. Fabian Aschwanden, Assistenzarzt Lucerner Kantonspital

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