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Chirurgische Ergebnisse bei Netzhautablösung wegen akuter Netzhautnekrose

SURGICAL RETINA Miami – Am Bascom Palmer Eye Institute der University of Miami im Bundesstaat Florida, Vereinigte Staaten, bewerteten Chris Y. Wu et al. die klinischen Merkmale, Operationstechniken und chirurgischen Ergebnisse von Patienten, die wegen akuter Netzhautnekrose (ARN) im Zusammenhang mit einer Netzhautablösung (RD) operiert wurden. In die retrospektive konsekutive Fallserie wurden Patienten mit Polymerase-Kettenreaktion-positiver ARN eingeschlossen, die sich von 2011 bis 2021 vorstellten und sich in der Einrichtung der Autoren einer vitreoretinalen Operation wegen ARN-bedingter Netzhautablösung unterzogen haben. Um Prädiktoren für anatomische und funktionelle Ergebnisse zu bestimmen, wurden univariate, multivariate und Überlebensanalysen durchgeführt. Hauptzielparameter waren die anatomische Erfolgsrate nach einmaliger Operation, die Rezidivrate für eine Ablatio retinae sowie die Sehschärfe (VA) nach einem Jahr. Vierunddreissig Augen von 34 Patienten (32,4 % Frauen, mittleres Alter 45,1 Jahre) wurden in die Analyse mit einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 2,5 Jahren eingeschlossen. Die durchschnittliche VA bei der Erstvorstellung lag bei 1,1 Logarithmus des minimalen Auflösungswinkels (LogMAR) (Snellen ∼20/250). Die mittlere Zeitspanne von der Präsentation bis zur RD-Operation betrug 1,7 Monate und die durchschnittliche präoperative VA lag bei 1,6 LogMAR (Snellen ∼20/800). Bei allen Augen wurde eine Pars-plana-Vitrektomie (PPV) mit kleinem Gauge mit oder ohne Skleraschnalle (SB) durchgeführt, mit einer Gesamterfolgsrate von 63,6% bei einer einzigen Operation, ohne statistisch signifikante Unterschiede in den visuellen/anatomischen Ergebnissen zwischen PPV und PPV/SB-Fälle. In 33 Fällen (97,1%) wurde Silikonöl für die Tamponade verwendet und in 10 Fällen (30,3%) mit guten anatomischen und finalen funktionellen Ergebnissen (Snellen ∼20/80) entfernt. Unabhängige Prädiktoren für rezidivierende Netzhautablösungen waren das weibliche Geschlecht (Hazard Ratio 8,38; p < 0,01) und eine Retinitis-Beteiligung der Zone 1 zum Vorstellungszeitpunkt (Hazard Ratio 10,95; p < 0,01). Die mittlere VA nach einem Jahr und bei der letzten Nachuntersuchung hatten beide ein Snellen-Äquivalent von 20/640 (p > 0,05 für beide im Vergleich zur präoperativen VA). Augen, bei denen eine einzige Operation erfolgreich war, hatten eine mittlere VA nach einem Jahr von 20/200 im Vergleich zu Handbewegungen bei Augen, bei denen eine Einzel-Operation fehlschlug (p < 0,01). Bei der multivariaten linearen Regression waren ein jüngeres Alter (p = 0,04) und eine bessere Sehschärfe zum Ausgangszeitpunkt (p < 0,01) beide mit einer besseren Sehschärfe nach einem Jahr assoziiert. In der elektronischen Vorabpublikation im Mai 2022 beim Fachjournal OPHTHALMOLOGY RETINA kommen die Autoren zu dem Ergebnis, dass mit modernen vitreoretinalen Operationstechniken für ARN-bedingte Netzhautablösungen ein mässiger anatomischer Erfolg in einer einzigen Operation erzielt werden kann, obwohl die visuellen Ergebnisse schlecht bleiben. Weitere Studien zur Untersuchung von Verfahren, die zu einer Erhöhung der Erfolgsrate von Einzeloperationen führen, zu den entzündlichen Komplikationen von ARN und zur Prävention von ARN-bedingter Netzhautablösung seien erforderlich. (bs)

Autoren: Wu CY, Fan J, Davis JL, Berrocal AM, Haddock LJ, Yannuzzi NA, Fortun JA, Scott NL, Chau V, Albini TA. Korrespondenz: Thomas A. Albini, MD, 900 NW 17th Street, Miami, FL 33101, USA. E-Mail: talbini@miami.edu Studie: Surgical Outcomes of Acute Retinal Necrosis-Related Retinal Detachment in Polymerase Chain Reaction-Positive Patients: A Single-Center Experience. Quelle: Ophthalmol Retina. 2022 May 30:S2468-6530(22)00268-8. doi: 10.1016/j.oret.2022.05.023. Epub ahead of print. PMID: 35654364. Web: https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S2468653022002688

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