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Fachverlag und Nachrichtenagentur

Glaukompatienten zeigen im Fahrsimulator langsamere Reaktionszeiten in Gefahrensituationen

GLAUCOMA Durham – Ziel dieser Studie aus dem Duke Eye Center und dem Department of Ophthalmology an der Duke University in Durham, Vereinigte Staaten, war es, die Auswirkungen verschiedener gefährlicher Verkehrsbedingungen auf die Fahrleistung von Glaukompatienten mit Hilfe eines High-Fidelity-Fahrsimulators zu untersuchen. Fábio B. Daga et al. führten die Querschnittsstudie mit 52 Glaukompatienten und 15 Kontrollpersonen durch. Es wurden verschiedene Gefahrenszenarien simuliert, wie zum Beispiel das unerwartete Überqueren der Strasse durch Fussgänger oder das plötzliche Einscheren von Fahrzeugen in die Fahrspur. Die Reaktionszeiten (RT) in Sekunden (s) vom ersten Anzeichen einer Gefahr bis zum Zeitpunkt, an dem der Fahrer den Fuss vom Gaspedal nimmt („Gas Off“) und bis er das Bremspedal betätigt („Brake On“), wurden zwischen den Gruppen verglichen. Insgesamt waren die durchschnittlichen RTs der Glaukompatienten für die Ausführung „Brake On“ statistisch signifikant langsamer (3,39 ± 3,88 s) im Vergleich zu Kontrollpersonen (2,39 ± 1,99 s; p = 0,005), nicht jedoch für die Ausführung „Gas Off“ (2,74 ± 3,42 vs. 2,13 ± 1,91 s; p = 0,120). Für Probanden mit Glaukom zeigten multivariate Modelle, angepasst an Alter, Geschlecht, ethnische Herkunft und Sehschärfe, signifikant langsamere RTs bei schlechteren Werten der durchschnittlichen binokularen Empfindlichkeit sowohl für „Gas Off“- als auch für „Brake On“ (1,12 und 1,14 s langsamer pro 10 dB schlechter; p = 0,009 bzw. p < 0,001). Probanden mit Glaukom brauchten signifikant länger, um bei kleineren Gefahren (niedrige Ausprägung) zu bremsen als bei grösseren Gefahren (hohe Ausprägung) (p = 0,027). Die Autoren fassen in der Juli-Ausgabe 2023 des JOURNAL OF GLAUCOMA zusammen, dass die Reaktionszeiten auf gefährliche Fahrsituationen waren bei Glaukompatienten länger waren als bei Kontrollpersonen. Ein stärkerer Gesichtsfeldverlust war mit schlechteren RTs assoziiert. Nach Ansicht der Autoren könnte eine individuelle Beurteilung der Fahrtauglichkeit anhand von Gefahrenszenarien in Fahrsimulatoren bei der Einschätzung des Fahrrisikos bei Glaukompatienten hilfreich sein. (bs)

Autoren: Daga FB, Boer ER, Diniz-Filho A, Elhosseiny A, Jammal AA, Tavares IM, Medeiros FA. Korrespondenz: Felipe A. Medeiros, MD, PhD, Visual Performance Laboratory, Duke Eye Center and Department of Ophthalmology, Duke University, 2310 Erwin Road, Durham, NC 27710, USA. E-Mail: felipe.medeiros@duke.edu Studie: Hazard Detection During Simulated Driving in Glaucoma Patients. Quelle: J Glaucoma. 2023 Jul 1;32(7):556-562. doi: 10.1097/IJG.0000000000002233. Epub 2023 May 10. PMID: 37171999. Web: https://journals.lww.com/glaucomajournal/Fulltext/2023/07000/Hazard_Detection_During_Simulated_Driving_in.2.aspx