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Fachverlag und Nachrichtenagentur

Kann KI aus Netzhautbildern das Alzheimer-Risiko vorhersagen?

DEEP LEARNING Tabriz – Die Alzheimer-Krankheit (AD) ist eine neurodegenerative Erkrankung, die hauptsächlich das Gehirngewebe betrifft. Es ist bekannt, dass die Zellen der Netzhaut denselben embryonalen Ursprung haben wie die Gehirnzellen, und bei AD-Patienten wurde über Sehstörungen berichtet. Künstliche Intelligenz (KI) hat aufgrund ihrer enormen Fähigkeit, Bildmerkmale zu verarbeiten und zu erkennen und klinische Entscheidungen (z.B. Diagnosen) auf der Grundlage von Bildern zu unterstützen, in letzter Zeit viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Da über Netzhautveränderungen bei Alzheimer-Patienten berichtet wurde, stellte sich die Frage, ob KI Netzhautbilder so verarbeiten kann, dass sie Alzheimer vorhersagen, diagnostizieren und prognostizieren kann. Hamidreza Ashayeri et al. vom Neuroscience Research Center (NSRC) der Tabriz University of Medical Sciences in Tabriz, Iran, legen eine Übersichtsarbeit vor, um den Einsatz von KI zu diskutieren, die auf Netzhautbilder von AD-Patienten trainiert wurde. Frühere Studien haben gezeigt, dass AD-Patienten Veränderungen der Netzhautdicke und der retinalen Gefässdichte aufweisen, die manchmal schon vor dem Auftreten der klinischen Symptome der Alzheimer-Krankheit erkennbar werden. Künstliche Intelligenz und so genanntes maschinelles Sehen (die Fähigkeit von Computern, visuell zu erkennen) können diese Veränderungen erkennen und für die Vorhersage, Diagnose und Prognose der Krankheit nutzen. Zu diesem Zweck wurden nicht nur spezifische Algorithmen für diese Erkrankung entwickelt, sondern auch Datenbanken wie das Retinal OCTA Segmentation Dataset (ROSE). Das Erreichen einer hohen Genauigkeit, Sensitivität und Spezifität bei der Klassifizierung von Netzhautbildern von Alzheimer-Patienten und gesunden Probanden ist ein wichtiger Durchbruch bei der Anwendung von KI bei AD auf der Grundlage von Netzhautbildern. Bemerkenswert ist, dass Forscher in der Lage waren, Personen mit einer positiven Familienanamnese für AD anhand der Merkmale ihrer Augen zu identifizieren. In der elektronischen Vorabpublikation im Februar 2024 bei GRAEFE’S ARCHIVE FOR CLINICAL AND EXPERIMENTAL OPHTHALMOLOGY kommen die Autoren zu dem Schluss, dass der zunehmende Einsatz von KI in der Medizin dazu führen könnte, dass sie zukünftig eine Rolle bei der Verarbeitung und Bewertung verschiedener Merkmale von Alzheimer-Patienten spielen könnte. Es seien jedoch Kohortenstudien erforderlich, um festzustellen, ob KI bei der Überwachung gesunder Personen mit Alzheimer-Risiko helfen kann, um eine frühere Diagnose zu ermöglichen, oder um die Prognose von Alzheimer-Patienten zu beurteilen. (bs)

Autoren: Ashayeri H, Jafarizadeh A, Yousefi M, Farhadi F, Javadzadeh A. Korrespondenz: Alireza Javadzadeh, Department of Ophthalmology, Nikookari Eye Center, Tabriz University of Medical Sciences, Tabriz, Iran. E-Mail: javadzadehalireza@yahoo.com Studie: Retinal imaging and Alzheimer’s disease: a future powered by Artificial Intelligence. Quelle: Graefes Arch Clin Exp Ophthalmol. 2024 Feb 15. doi: 10.1007/s00417-024-06394-0. Epub ahead of print. PMID: 38358524. Web: https://link.springer.com/article/10.1007/s00417-024-06394-0